Kennst du das? Du bist mitten in der Deko, der Tauchgang war großartig, aber langsam kriecht die Kälte durch deinen Trocki. Deine Finger werden taub, und die letzten 20 Minuten an der 6-Meter-Marke werden zur Geduldsprobe. Genau hier kommt ein elektrisches Heizsystem ins Spiel – und wenn du's richtig aufbaust, hält die Wärme problemlos über 3 Stunden oder länger.
In diesem Guide tauchen wir tief in die Technik ein: Was ist eigentlich ein Thermovalve? Welcher Akkutank passt zu deinem Tauchprofil? Und wie verkabelst du das Ganze sicher und zuverlässig? Fokus liegt auf Santi und Scubaforce Komponenten – zwei Hersteller, die im technischen Tauchen absolute Maßstäbe setzen.
Warum überhaupt ein elektrisches Heizsystem?
Klar, ein guter Unterzieher und ein passender Trocki sind die Basis. Aber bei längeren Tauchgängen in kaltem Wasser (unter 10°C) oder bei ausgedehnten Deko-Stopps stößt passive Isolation schnell an ihre Grenzen. Ein elektrisches Heizsystem liefert aktive Wärme und hält deine Körperkerntemperatur stabil – das ist nicht nur Komfort, sondern auch ein Sicherheitsaspekt. Auskühlung erhöht das Risiko von DCS und verschlechtert deine Reaktionsfähigkeit unter Wasser.

Die drei Hauptkomponenten: So funktioniert's
Ein komplettes Heizsystem besteht aus drei essentiellen Teilen:
1. Der Akkutank (extern): Hier sitzt die Energiequelle. Der Tank wird außerhalb deines Trockis getragen – meist am Flaschengurt oder am Harness befestigt. Er besteht typischerweise aus einem robusten Delrin-Gehäuse, das den Akku wasserdicht schützt, plus einem Deckel mit Ein-Aus-Schalter und einem ausgehenden Kabel mit E/O-Cord-Stecker.
2. Der beheizbare Unterzieher/Heizweste: Das Herzstück deines Setups. Hier verlaufen die Heizdrähte, die eine Temperatur von etwa 40°C erreichen. Wichtig: Die Heizleistung verteilt sich über Rumpf, Arme und optional auch Beine – je nach Modell.
3. Die Durchführung: Hier wird's spannend. Du brauchst eine Verbindung, die den Strom von außen (Akkutank) nach innen (Heizunterzieher) transportiert. Und genau hier gibt's zwei verschiedene Ansätze.
Thermovalve vs. klassische Durchführung: Der große Unterschied
Klassische separate Durchführung
Die ältere Lösung: Du lässt eine zusätzliche Durchführung in deinen Trocki stanzen – meist im Brustbereich. Das Kabel vom Akkutank wird dort angeschlossen und führt dann im Anzuginneren zum Heizunterzieher.
Nachteil: Du hast eine zusätzliche Schwachstelle im Anzug. Jede Durchführung ist ein potenzieller Leckage-Punkt, und du musst darauf achten, dass die Verbindung wasserdicht bleibt.
Thermovalve: Die moderne Integration
Hier kommt die Innovation von Santi ins Spiel: Das Thermovalve-System integriert die Stromkabel direkt ins Einlassventil deines Trockis. Luft- und Stromzufuhr sind kombiniert – genial einfach und ohne zusätzliches Loch im Anzug.
Die Vorteile:
- Keine extra Durchführung nötig
- Weniger potenzielle Leckage-Punkte
- Sauberes, streamlined Setup
- Einfachere Wartung
Das Thermovalve hat sich im Tech-Diving durchgesetzt und ist heute der Standard bei hochwertigen Heizsystemen. Wenn du einen neuen Trocki bestellst oder einen Nachrüst-Service nutzt, solltest du definitiv diese Variante wählen.

Akkutanks: 10Ah vs. 20Ah – was brauchst du wirklich?
Jetzt wird's konkret: Die Kapazität deines Akkutanks bestimmt, wie lange dein System Wärme liefert. Die gängigsten Varianten sind 10Ah und 20Ah Tanks.
10Ah Akkutank
Laufzeit: Etwa 2–3 Stunden bei mittlerer Heizleistung (abhängig von Wassertemperatur, Isolation und Heizweste).
Für wen? Perfekt für Standard-Tauchgänge bis 90 Minuten oder wenn du das System nur während der Deko aktivierst. Vorteil: kompakter, leichter, günstiger.
Praxistipp: Viele Tech-Taucher schalten die Heizung erst ab einer bestimmten Tauchtiefe (z.B. bei der ersten Deko-Station) ein. So reicht ein 10Ah-Tank auch für längere Tauchgänge.
20Ah Akkutank
Laufzeit: 4–6 Stunden bei mittlerer Heizleistung – hier bist du auf der sicheren Seite.
Für wen? Ideal für ausgedehnte Tech-Tauchgänge, Höhlentouren mit langer Deko oder Kaltwasser-Expeditionen. Wenn du regelmäßig über 2 Stunden unterwegs bist, lohnt sich die Investition.
Wichtig: Der 20Ah-Tank ist größer und schwerer. Du musst ihn vernünftig am Harness befestigen und das zusätzliche Gewicht in deine Blei-Konfiguration einrechnen.
Verkabelung: So baust du dein Setup sicher auf
Die Verkabelung ist simpel, wenn du's richtig machst:
1. Außen: Akkutank per E/O-Cord-Stecker mit der Durchführung (Thermovalve oder separate Buchse) verbinden. Der Stecker ist robust und rastet mit einem hörbaren Klick ein – wichtig, um Wackelkontakte zu vermeiden.
2. Innen: Vom Thermovalve/Durchführung führt ein Kabel zu deiner Heizweste. Bei hochwertigen Systemen wie Santi Heated Vest ist der Anschluss magnetisch oder mit Quick-Connect-Steckern gelöst – super praktisch beim An- und Ausziehen.
3. Optional: Heizhandschuhe. Hier führst du dünne Kabel unter den Manschetten durch. Das ist etwas fummeliger, aber machbar. Achte darauf, dass die Kabel nicht abgeknickt werden – das reduziert die Lebensdauer massiv.

Sicherheit und Handling unter Wasser
Ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen: Du kannst das System unter Wasser nicht bedienen. Es muss vor dem Tauchgang oder an der Oberfläche eingeschaltet werden und läuft dann durch, bis du es wieder ausschaltest.
Deshalb gilt:
- Schalte das System erst ein, wenn du wirklich tauchbereit bist
- Bei längeren Oberflächenpausen (z.B. vor Deko) kannst du es kurz ausschalten, um Akku zu sparen
- Teste dein System vorher im Pool oder bei einem flachen Tauchgang – nichts ist ärgerlicher als ein nicht funktionierendes Heizsystem bei einem 90-Meter-Tauchgang
Praktische Tipps für 3+ Stunden Heizleistung
Tipp 1: Nutze die Heizung strategisch. Für den Abstieg und den Grundzeit-Teil des Tauchgangs brauchst du bei moderater Belastung oft noch keine Heizung. Aktiviere sie ab der ersten Deko-Station – so reicht ein 10Ah-Tank locker für 3+ Stunden Gesamtauchzeit.
Tipp 2: Kombiniere dein Heizsystem mit einem guten Merino-Unterzieher als erste Schicht. Die Heizdrähte arbeiten effizienter, wenn sie nicht direkt auf der Haut liegen.
Tipp 3: Lade deinen Akku immer vollständig vor dem Tauchgang. Teilweise geladene Akkus verlieren schneller an Leistung, besonders bei kalten Temperaturen.
Tipp 4: Investiere in einen Ersatzakku. Wenn du mehrere Tauchgänge am Tag planst, kannst du zwischendurch tauschen, statt auf die Ladung zu warten.
Unsere Produktempfehlungen für dein Setup
Bei Tauchwerkstatt findest du alles, was du für dein Heizsystem brauchst. Wir führen die Top-Marken und beraten dich gerne persönlich – wir sind selbst aktive Tech-Taucher und wissen, worauf's ankommt.
Empfohlene Komponenten:
- Santi Thermovalve (Nachrüstung oder im neuen Trocki integriert)
- Santi Heated Vest mit Akku-Set
- Scubaforce Akkutanks in 10Ah und 20Ah Varianten
- E/O-Cord Ersatzkabel (immer gut, ein Backup dabei zu haben)
Schau gerne in unserer Zubehör-Kategorie vorbei oder kontaktier uns direkt für eine individuelle Beratung.

Wartung und Pflege: So hält dein System lange
Ein Heizsystem ist eine Investition – entsprechend solltest du es pflegen:
Nach jedem Tauchgang: Spüle alle Stecker und Verbindungen mit Süßwasser ab. Salzrückstände führen zu Korrosion.
Lagerung: Lagere den Akkutank bei etwa 50% Ladung, wenn du länger nicht tauchst. Vollständig entladene Akkus verlieren an Kapazität.
Jährliche Inspektion: Lass Durchführung und Verkabelung jährlich checken – ein Kurzschluss unter Wasser ist kein Spaß.
Fazit: Heizen macht den Unterschied
Ein durchdachtes elektrisches Heizsystem ist kein Luxus – es ist ein Game-Changer für anspruchsvolle Tauchgänge. Mit einem 20Ah Akkutank, einem Thermovalve und einer hochwertigen Heizweste bist du problemlos 3+ Stunden komfortabel unterwegs.
Die Technik ist ausgereift, die Installation ist straightforward, und der Komfortgewinn ist enorm. Gerade bei längeren Deko-Tauchgängen oder Kaltwasser-Expeditionen wirst du das System nicht mehr missen wollen.
Du hast Fragen zu deinem individuellen Setup? Schreib uns einfach – wir helfen dir gerne weiter! 🔥























