Kaltwassertauchen im Winter – da scheiden sich die Geister. Die einen lieben die kristallklare Sicht und die Ruhe unter Wasser, die anderen zittern schon beim Gedanken an 4°C Wassertemperatur. Aber hey, mit beheizter Tauchunterwäsche gehört Frieren der Vergangenheit an. Zumindest theoretisch. 🔥
Denn in der Praxis machen viele Taucher klassische Fehler, die dazu führen, dass das teure Heizsystem nicht richtig funktioniert oder sogar gefährlich wird. Als aktive Kaltwassertaucher haben wir diese Fehler selbst gemacht (und gesehen) – und zeigen dir jetzt, wie du sie vermeidest.
Fehler #1: Die falsche Schicht unter der Heizweste
Der Klassiker: Du ziehst deine beheizte Weste direkt über dein normales Funktionsshirt. Klingt logisch, oder? Ist es aber nicht.
Das Problem: Ohne die richtige Basisschicht kann die Wärme nicht gleichmäßig verteilt werden. Die Heizdrähte liegen zu nah an der Haut, und du bekommst lokale Hotspots – während andere Bereiche trotzdem kalt bleiben.
So machst du's richtig:
- Trage immer eine dünne, eng anliegende Funktionsschicht direkt auf der Haut (Merino oder synthetisch)
- Darüber kommt die beheizte Weste (z.B. von Santi oder Scubaforce)
- Als oberste Schicht deine normale Unterzieher-Schicht für zusätzliche Isolierung
Die Heizweste funktioniert am besten, wenn sie zwischen zwei Isolationsschichten "gefangen" ist. So wird die Wärme gespeichert und nicht sofort ans Wasser abgegeben.

Fehler #2: Akku-Pflege? "Läuft schon irgendwie!"
Lithium-Ionen-Akkus sind sensibel – besonders bei Kälte. Und genau da tauchen wir ja damit. Viele Taucher laden den Akku nur kurz vor dem Tauchgang auf oder lagern ihn monatelang bei 5% Restladung im Keller. Das rächt sich bitter.
Die häufigsten Akku-Sünden:
- Akkus bei Minusgraden im Auto lassen ❄️
- Tiefenentladung (unter 20%) vor der Lagerung
- Nur einmal im Jahr aufladen
- Akkus direkt nach dem Tauchgang wieder anschließen (noch nass!)
So pflegst du deinen Akku richtig:
Lade ihn nach jedem Tauchgang auf 50-70%, wenn du ihn länger lagerst. Das ist der optimale Lagerladezustand für Lithium-Akkus. Vor dem Tauchgang lädst du ihn dann auf 100% auf – aber erst am Tag vorher, nicht drei Wochen vorher!
Und ganz wichtig: Trockne den Akku und alle Steckverbindungen gründlich, bevor du ihn wieder verstaust. Wasser + Elektrik = keine gute Kombi, selbst wenn die Kontakte versiegelt sind.
Fehler #3: Kabelmanagement wie bei der Weihnachtsbaumbeleuchtung
Lose Kabel, die aus dem Trockentauchanzug baumeln. Akkus, die irgendwo am Gürtel kleben. Stecker, die beim Anziehen des Anzugs aus Versehen rausrutschen. Kommt dir bekannt vor? 😅
Das Problem: Schlechtes Kabelmanagement ist nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. Kabel können sich in Leinen, Ventilen oder deinem Backup-Regler verfangen. Im schlimmsten Fall ziehst du dir versehentlich den Stecker während des Tauchgangs.
Die Lösung in drei Schritten:
- Verlege die Kabel innen im Anzug – moderne beheizte Unterwäsche hat dafür spezielle Kabelführungen
- Fixiere den Akku sicher – entweder in der Akkutasche des Anzugs oder mit einem Bauchgurt unter dem Wing
- Teste alle Steckverbindungen vor dem Tauchgang – einfach kurz anschalten und prüfen, ob alles warm wird
Pro-Tipp: Markiere deine Stecker mit farbigen Zip-Ties oder Tape, damit du beim Anziehen sofort siehst, was wo hingehört. Klingt simpel, spart aber Nerven am Wasser!

Fehler #4: "Ich nehme einfach dünnere Unterwäsche – die Heizung regelt das schon"
Absoluter Kardinalfehler! Viele Taucher denken: "Wenn ich eine Heizweste habe, brauche ich keinen dicken Unterzieher mehr." Das Gegenteil ist der Fall.
Die Rechnung geht nicht auf, weil:
- Die Heizung arbeitet gegen die fehlende Isolation an – und verliert dabei
- Der Akku ist viel schneller leer
- Bei Heizungsausfall (z.B. kaputtes Kabel) frierst du sofort
Deine beheizte Unterwäsche ist ein Zusatzsystem, kein Ersatz für gute Isolation. Wähle deinen Unterzieher nach der Wassertemperatur – und die Heizung sorgt dafür, dass du nicht nur "okay" warm bist, sondern richtig komfortabel durch den Tauchgang kommst.
Faustregel:
- 10-15°C Wasser: 200-250g Thinsulate + Heizung
- 4-10°C Wasser: 300-400g Thinsulate + Heizung
- Unter 4°C: Maximale Isolation + Heizung
Die Premium-Heizsysteme von Santi arbeiten am effizientesten, wenn sie mit ausreichend Isolation kombiniert werden. So hält der Akku locker 3-4 Stunden, selbst bei eisigen Temperaturen.
Fehler #5: Temperatur-Regulierung? "Ich stelle das am Anfang ein, fertig!"
Die Wassertemperatur ändert sich während des Tauchgangs oft nicht – aber deine Körpertemperatur schon. Am Anfang bewegst du dich, beim Abstieg wird's durch die Kompression kühler, während der Deko-Stops stehst du bewegungslos im kalten Wasser.
Das typische Szenario:
Minute 0-15: "Wow, ganz schön warm hier!" 🔥
Minute 30-50: "Passt perfekt."
Minute 60+: "Ist das jetzt kälter oder bilde ich mir das ein?"
Deko-Stop: "Ich. Friere. Verdammt." 🥶
Die Lösung: Nutze die Temperaturregler während des Tauchgangs aktiv! Die meisten modernen Systeme haben 3-5 Heizstufen. Starte mit mittlerer Stufe, reduziere beim Arbeiten, und erhöhe sie rechtzeitig vor längeren Deko-Stops.
Bei Deko-Tauchgängen in kaltem Wasser solltest du die Heizung etwa 5 Minuten vor dem ersten Stop auf Maximum stellen. So bist du schon warm, wenn du bewegungslos im Wasser hängst.

Fehler #6: "Funktionstest? Läuft schon, ich war doch erst letzte Woche damit!"
Murphy's Law schlägt beim Tauchen besonders gerne zu. Und nichts ist frustrierender, als nach 20 Minuten im eiskalten Wasser zu merken, dass die Heizung nicht funktioniert.
Häufige Ausfallursachen:
- Lockere Steckverbindung durch Transport
- Kabelbruch durch Knicken beim Lagern
- Akku nicht richtig geladen (zeigt 80%, liefert aber nach 10 Minuten nichts mehr)
- Salzreste in den Kontakten
Dein Pre-Dive-Check (dauert 2 Minuten!):
- Akku anschließen und einschalten
- Jeden beheizten Bereich einzeln abtasten – Weste, Handschuhe, Socken
- Auf höchste Stufe stellen und 2-3 Minuten warten
- Nochmal alles checken – spürst du überall Wärme?
Mach das zu Hause beim Packen UND nochmal am Wasser vor dem Anziehen. Besser zweimal gecheckt als einmal gefroren. Bei Tauchwerkstatt bieten wir übrigens auch Wartung und Check für Heizsysteme an – gerade vor der Wintersaison eine gute Idee.
Fehler #7: Falsche Akku-Positionierung
Wo trägst du deinen Akku? Am Rücken? Am Bauch? Einfach in der Jackentasche? Die Position macht einen riesigen Unterschied – für Komfort UND Sicherheit.
Schlechte Positionen:
- Im Rückenbereich – drückt unangenehm mit dem Backplate/Wing
- Lose am Gürtel außen – kann sich verhaken, wird schnell kalt
- Zu tief am Bauch – stört beim Bücken und bei der Trim-Position
Die beste Lösung:
Die meisten Profis schwören auf die seitliche Positionierung am Bauchgurt, leicht oberhalb der Hüfte. So stört der Akku nicht, ist aber jederzeit erreichbar. Systeme von Scubaforce haben oft integrierte Akkutaschen, die genau dafür konstruiert sind.
Alternative: Manche Trockenanzüge haben innenliegende Akkutaschen im Brustbereich. Das ist die eleganteste Lösung, weil außen nichts stört und der Akku durch den Anzug zusätzlich isoliert wird.
Wichtig: Teste die Position vor dem ersten echten Tauchgang! Spring ein paar Mal mit voller Ausrüstung herum, geh in die Hocke, beweg dich wie im Wasser. Wenn der Akku nervt oder drückt, liegt er falsch.

Bonus-Tipp: Beheizte Handschuhe richtig nutzen
Kurz noch zu einem Thema, das oft vergessen wird: beheizte Handschuhe. Die sind besonders bei Deko-Stops Gold wert, weil kalte Finger das Gefühl von Kälte im ganzen Körper verstärken.
Die wichtigsten Punkte:
- Trage dünne Innenhandschuhe unter den beheizten Handschuhen (bessere Wärmeverteilung)
- Achte darauf, dass die Heizdrähte nicht direkt auf die Fingergelenke drücken
- Verbinde die Handschuhe mit einem separaten kleinen Akku – das ist praktischer als alles über die Weste laufen zu lassen
Bei Tauchwerkstatt findest du die komplette Range von Santi und Scubaforce Heizsystemen – von der Basis-Weste bis zum Komplettpaket mit Handschuhen und Socken. Und wenn du Fragen hast, schreib uns einfach über die Kontaktseite – wir beraten dich gerne! 💬
Fazit: Warm tauchen ist kein Luxus, sondern Sicherheit
Beheizte Tauchunterwäsche ist eine der besten Investitionen für Kaltwassertaucher. Aber nur wenn du sie richtig verwendest! Die sieben Fehler, die wir hier besprochen haben, kosten dich entweder Komfort, Akkulaufzeit oder im schlimmsten Fall deine Sicherheit.
Die Quick-Checklist zum Ausdrucken:
✅ Richtige Schichtung: Funktionsshirt → Heizweste → Unterzieher
✅ Akku auf 50-70% lagern, vor Tauchgang auf 100% laden
✅ Kabel ordentlich verlegen und fixieren
✅ Ausreichend Isolation zusätzlich zur Heizung
✅ Temperatur aktiv während des Tauchgangs regulieren
✅ Funktionstest vor jedem Tauchgang
✅ Akku optimal positionieren (seitlich am Bauchgurt)
Beherzigst du diese Tipps, wirst du den Unterschied sofort merken. Kein Zittern mehr bei Deko-Stops, kein vorzeitiger Abbruch wegen Kälte, und vor allem: mehr Spaß beim Kaltwassertauchen! 🌊
In diesem Sinne: Heizt du schon – oder frierst du noch? 😉























