Auch mit Brille oder Kontaktlinsen kannst Du sicher und komfortabel tauchen! Die entscheidende Frage ist: Welche Sehhilfe passt zu Deinem Tauchverhalten, Deiner Sehstärke und Deiner Ausbildung?
Beim Tauchen mit Kontaktlinsen ist vieles unkompliziert. Für regelmäßige Tauchgänge kann eine Tauchmaske mit Sehstärke jedoch die komfortablere und hygienischere Lösung sein. Eine Vollmaske kommt dagegen nur für bestimmte Einsatzzwecke infrage.
In diesem Ratgeber vergleichen wir die drei Möglichkeiten:
- Kontaktlinsen unter der Tauchmaske
- Optische Gläser in einer klassischen Tauchmaske
- Vollgesichtsmaske mit möglicher Korrektur
Warum Du unter Wasser scharf sehen solltest
Unter Wasser wirkt die Umgebung durch die Luftschicht in Deiner Maske anders. Außerdem erscheinen Gegenstände durch die Maske teilweise größer und näher. Eine falsche oder fehlende Korrektur ist deshalb nicht nur unangenehm.
Sie kann auch die Orientierung und Kommunikation erschweren.
Du musst unter Wasser beispielsweise:
- Handzeichen Deines Buddys erkennen
- Deinen Tauchcomputer ablesen
- Manometer und Finimeter kontrollieren
- Instrumente oder Leinen identifizieren
- Abstände und Richtungen richtig einschätzen
- bei Problemen ruhig und schnell reagieren
Eine passende Sehhilfe ist daher ein Sicherheitsfaktor – nicht nur eine Komfortfrage. Besonders bei Nacht-, Kaltwasser- oder technischen Tauchgängen solltest Du keine Kompromisse bei der Sicht eingehen.

1. Tauchen mit Kontaktlinsen
Für viele Brillen- und Kontaktlinsenträger ist das die einfachste Lösung. Du verwendest Deine normale weiche Kontaktlinse und trägst darüber eine passende Tauchmaske.
Weiche Kontaktlinsen: meist die praktische Wahl
Weiche Kontaktlinsen eignen sich in der Regel besser zum Tauchen als harte Linsen. Sie sitzen stabiler auf dem Auge und gehen beim Maskenausblasen weniger leicht verloren.
Am besten geeignet sind häufig weiche Tageslinsen. Nach dem Tauchgang kannst Du sie einfach entsorgen. Das ist besonders sinnvoll, wenn Meerwasser, Süßwasser oder Poolwasser an die Linse gelangt ist.
Bei Monats- oder Jahreslinsen ist die Hygiene noch wichtiger. Wasser kann Mikroorganismen enthalten, die sich auf oder unter der Linse festsetzen können. Nimm die Linsen nach dem Tauchen möglichst zeitnah heraus und halte Dich an die Reinigungsempfehlungen Deines Augenarztes oder Optikers.
Sind harte Kontaktlinsen beim Tauchen problematisch?
Harte oder formstabile Linsen sind nicht grundsätzlich verboten. Sie können beim Tauchen aber eher Probleme verursachen.
Zwischen Linse und Hornhaut können sich Gasbläschen bilden. Das kann zu vorübergehend verschwommener Sicht oder störenden Lichtreflexen führen. Außerdem besteht beim Wasserkontakt ein höheres Risiko, dass eine harte Linse verrutscht oder verloren geht.
Wenn Du harte Linsen trägst, solltest Du das Tauchen vorher mit Deinem Augenarzt oder Optiker besprechen.
Das solltest Du beim Tauchen mit Kontaktlinsen beachten
- Teste die Linsen vor dem ersten Tauchurlaub bei einem normalen Schwimm- oder Schnorchelausflug.
- Informiere Deinen Instructor, dass Du Kontaktlinsen trägst.
- Schließe beim Fluten und Ausblasen der Maske möglichst die Augen.
- Nimm Ersatzlinsen und eine Brille für die Zeit nach dem Tauchgang mit.
- Vermeide unnötigen Wasserkontakt mit den Linsen.
- Entsorge Tageslinsen nach dem Tauchgang.
- Bei Brennen, Rötung oder Schmerzen: Linsen herausnehmen und die Augen ärztlich abklären lassen.
Wichtig: Wenn eine weiche Linse nach Salzwasserkontakt fest am Auge sitzt, entferne sie nicht mit Gewalt. Befeuchtende Augentropfen können helfen. Bei anhaltenden Beschwerden solltest Du medizinischen Rat einholen.
2. Tauchmaske mit optischen Gläsern
Eine Tauchmaske mit Sehstärke ist für viele regelmäßige Taucher die angenehmste Lösung. Die Korrektur sitzt direkt in der Maske. Du brauchst beim Tauchen also keine Kontaktlinsen.
Grundsätzlich gibt es zwei Varianten.
Herstellerseitige Wechselgläser
Bei einigen Zweiglasmasken kannst Du passende optische Gläser des Herstellers einsetzen. Die Gläser werden nicht einfach vor das vorhandene Glas geklebt. Sie ersetzen die normalen Maskengläser und werden in den Maskenrahmen eingesetzt.
Solche Systeme gibt es je nach Modell und Verfügbarkeit beispielsweise von:
- Mares – unter anderem für bestimmte Modelle der X-Vision-Serie
- Aqualung – unter anderem für ausgewählte Look- und Reveal-Modelle
- Cressi – beispielsweise für bestimmte Big-Eyes-, Focus- oder Quantum-Modelle
- TUSA – für ausgewählte Masken wie Ceos oder Paragon
Die Auswahl der Dioptrien ist bei Standard-Wechselgläsern allerdings begrenzt. Häufig sind nur bestimmte Minus- und Pluswerte verfügbar. Ein Zylinderwert für eine Hornhautverkrümmung lässt sich nicht bei jedem Serienglas abbilden.
Individuell verglaste Tauchmasken
Wenn Deine Sehstärke komplexer ist, kann eine individuelle Verglasung sinnvoll sein. Dabei wird eine geeignete Maske mit Gläsern nach Deinen persönlichen Werten ausgestattet.
Je nach Anbieter können berücksichtigt werden:
- Sphäre beziehungsweise Dioptrienwert
- Zylinderwert
- Achse bei Hornhautverkrümmung
- Pupillendistanz
- Fern- oder Nahbereich
- teilweise auch bifokale oder spezielle Lösungen
Die Werte aus Deinem Brillenpass sind ein wichtiger Ausgangspunkt. Sie sollten aber nicht ungeprüft auf jede Tauchmaske übertragen werden. Die Geometrie einer Maske unterscheidet sich von der einer normalen Brille.
Bei stärkeren Werten oder ausgeprägter Hornhautverkrümmung solltest Du deshalb mit einem Optiker oder einem auf Tauchmasken spezialisierten Fachbetrieb sprechen.
Eingeklebte Gläser oder Wechselgläser?
Eingeklebte Gläser können eine individuelle Korrektur ermöglichen. Sie sind oft interessant, wenn Deine Werte außerhalb der Standardauswahl liegen. Der Nachteil: Die Verglasung ist dauerhaft mit der Maske verbunden.
Bei Hersteller-Wechselgläsern kannst Du die Gläser grundsätzlich austauschen oder die Maske leichter weiterverwenden. Dafür bist Du an die verfügbaren Gläser und das jeweilige Maskenmodell gebunden.
Auch ein Maskenwechsel sollte gut überlegt sein. Optische Gläser passen nicht automatisch in jede neue Maske. Wechselst Du das Modell, brauchst Du möglicherweise neue Gläser.

3. Vollgesichtsmaske mit Sehstärke
Eine Vollgesichtsmaske bedeckt nicht nur Augen und Nase, sondern das gesamte Gesicht. Du atmest über einen integrierten Atemregler und kannst je nach System auch an der Oberfläche sprechen.
Das klingt zunächst nach einer idealen Lösung für Brillenträger. In der Praxis ist die Auswahl an Vollmasken mit echter optischer Korrektur jedoch deutlich kleiner als bei klassischen Tauchmasken.
Achte unbedingt auf den Unterschied zwischen:
- einer Vollgesichtsmaske für das Gerätetauchen
- einer Vollgesichts-Schnorchelmaske für die Wasseroberfläche
Eine Schnorchel-Vollmaske ist nicht automatisch für das Gerätetauchen geeignet. Sie verfügt nicht über die erforderliche Ausstattung und Zulassung für einen Tauchgang mit Pressluftflasche.
Optische Einsätze gibt es bei einigen professionellen Vollmaskensystemen. Sie sind jedoch meist kostenintensiver und müssen genau zum System passen. Für normale Sporttauchgänge ist eine klassische Zweiglasmaske mit optischen Gläsern oft die einfachere, günstigere und flexiblere Lösung.
Vergleich: Welche Sehhilfe passt zu Dir?
| Lösung | Vorteile | Nachteile | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| Weiche Kontaktlinsen | Schnell verfügbar, flexibel, keine Spezialmaske nötig | Hygiene, möglicher Linsenverlust, Wasser kann reizen | Gelegenheits- und Urlaubstaucher |
| Tauchmaske mit Wechselgläsern | Komfortabel, keine Linsen nötig, Gläser austauschbar | Begrenzte Werte, nur bei passenden Modellen | Regelmäßige Taucher mit einfacher Sehstärke |
| Individuell verglaste Maske | Präzise Korrektur, auch bei besonderen Werten möglich | Höhere Kosten, Gläser meist fest verbaut | Häufige Taucher und Personen mit Zylinderwert |
| Vollgesichtsmaske | Gesicht bleibt trocken, Kommunikation je nach System möglich | Wenige optische Optionen, teuer, spezielle Ausbildung | Berufliche, professionelle oder besondere Einsätze |
Eine passende Auswahl an klassischen Tauchmasken findest Du in unserer Masken-Kollektion. Achte beim Kauf nicht nur auf die Optikgläser, sondern auch auf eine zuverlässige Passform.
Darauf solltest Du beim Kauf achten
1. Deine aktuellen Sehwerte
Verwende möglichst einen aktuellen Brillen- oder Kontaktlinsenpass. Prüfe besonders:
- Dioptrienwert
- Zylinderwert
- Achse
- Pupillendistanz
- gewünschter Fern- oder Nahbereich
Bei einer Hornhautverkrümmung reicht ein einfaches Minus- oder Plusglas möglicherweise nicht aus.
2. Die Passform der Maske
Eine optische Maske bringt Dir wenig, wenn sie undicht ist oder unangenehm sitzt. Setze die Maske ohne Maskenband auf und atme vorsichtig durch die Nase ein. Wenn sie kurz haften bleibt, ist das ein gutes Zeichen.
Prüfe die Maske zusätzlich mit Mundstück. Manche Masken sitzen anders, sobald Du einen Atemregler oder Schnorchel im Mund hast.
3. Die Sicht beim Blick nach unten
Du solltest Deinen Tauchcomputer und Dein Finimeter gut erkennen können. Gerade bei einer niedrigen Maskenform ist die Position der Gläser entscheidend.
4. Pflege der optischen Gläser
Reinige die Maske nach jedem Tauchgang mit sauberem Süßwasser. Lass sie an einem schattigen Ort trocknen und bewahre sie in einer stabilen Maskenbox auf.
Vermeide aggressive Reinigungsmittel, harte Schwämme und unnötiges Reiben. Optische Gläser können empfindlicher auf Kratzer reagieren als normale Maskengläser.
Was gilt bei der Tauchausbildung?
Du darfst Deine Tauchausbildung grundsätzlich mit Kontaktlinsen oder einer geeigneten optischen Maske absolvieren. Sprich aber vorher offen mit Deiner Tauchschule und Deinem Instructor.
Bei Übungen wie:
- Maske teilweise fluten
- Maske ausblasen
- Maske abnehmen
- Notaufstieg
- Wechsel des Atemreglers
solltest Du wissen, wie sich Deine Sehhilfe verhält.
Unser Praxistipp: Leihe Dir vor dem Kauf eine passende Maske und teste sie zunächst im Schwimmbad oder bei einem flachen Übungstauchgang. Prüfe dabei, ob Du Deinen Computer ablesen kannst, ob die Maske dicht bleibt und ob Du Dich beim Ausblasen sicher fühlst.
Unser Fazit
Für gelegentliche Tauchgänge ist Tauchen mit weichen Tageslinsen oft die einfachste Lösung. Du solltest die Linsen vorher testen und auf konsequente Hygiene achten.
Wenn Du regelmäßig tauchst, empfindliche Augen hast oder keine Kontaktlinsen tragen möchtest, empfehlen wir eine Tauchmaske mit optischen Gläsern. Bei einfachen Sehwerten können Hersteller-Wechselgläser ausreichen. Bei Hornhautverkrümmung oder besonderen Werten ist eine individuelle Verglasung meist die bessere Wahl.
Eine Vollgesichtsmaske ist dagegen eine Speziallösung. Sie sollte nur gewählt werden, wenn Du ihre zusätzlichen Funktionen wirklich brauchst und ein passendes System mit optischer Korrektur verfügbar ist.
Wir sind selbst aktive Taucher und beraten Dich natürlich gern bei der Auswahl. Schreib uns einfach per WhatsApp, E-Mail oder Telefon – auch am Wochenende! 🤿
Schreib uns einfach Deine Sehwerte und was Du tauchen möchtest. Gemeinsam finden wir die passende Lösung – mit kostenlosem Versand und 14 Tagen Rückgaberecht!
Häufige Fragen zum Tauchen mit Sehhilfe
Kann man mit Kontaktlinsen tauchen?
Ja, mit weichen Kontaktlinsen ist Tauchen grundsätzlich möglich. Weiche Tageslinsen sind dabei häufig besonders praktisch. Harte Kontaktlinsen können durch Gasbläschen, Verrutschen oder Verlust problematischer sein.
Sind Kontaktlinsen oder optische Gläser besser?
Das hängt von Dir ab. Kontaktlinsen sind flexibel und für gelegentliche Tauchgänge bequem. Eine optische Tauchmaske ist für regelmäßige Taucher oft hygienischer und komfortabler.
Kann ich meine normale Brille beim Tauchen tragen?
Nein. Eine normale Brille passt nicht unter eine Tauchmaske, weil die Bügel die Dichtung stören. Außerdem kann sie nicht wie eine Kontaktlinse unter der Maske getragen werden. Die bessere Lösung ist eine Tauchmaske mit Sehstärke.
Welche Hersteller bieten optische Wechselgläser an?
Je nach Modell und Markt gibt es optische Wechselgläser unter anderem von Mares, Aqualung, Cressi und TUSA. Nicht jedes Glas passt zu jeder Maske. Prüfe deshalb immer die Kompatibilität des konkreten Modells.
Kann eine Vollgesichtsmaske mit Sehstärke ausgestattet werden?
Bei einigen professionellen Vollmaskensystemen sind optische Einsätze verfügbar. Die Auswahl ist jedoch begrenzt. Eine Vollgesichts-Schnorchelmaske ist nicht automatisch zum Gerätetauchen geeignet.
Muss ich beim Kauf den Zylinderwert angeben?
Wenn Du eine Hornhautverkrümmung hast, solltest Du den Zylinderwert und die Achse angeben. Standard-Wechselgläser können diese Werte nicht immer berücksichtigen. Eine individuelle Verglasung kann dann sinnvoller sein.
























