Ja, klar! Ein Tauchanzug soll Dich unter Wasser schützen und warm halten. Beim Anziehen darf er aber nicht zum Stressfaktor werden.
Viele Taucher kennen das Problem: Der Neoprenanzug sitzt scheinbar zu eng. Der Trockentauchanzug verdreht sich. Eine Manschette klemmt. Oder der Reißverschluss lässt sich nicht sauber schließen.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung geht es deutlich leichter. Gleichzeitig schützt Du das Material und verlängerst die Lebensdauer Deiner Tauchausrüstung.
Wir sind selbst aktive Taucher und zeigen Dir unsere 9 besten Tipps zum richtigen Anziehen und zur Pflege von Tauchanzügen – für Anfänger, Sporttaucher und technische Taucher.
1. Bereite Dich und den Anzug richtig vor
Bevor Du in den Anzug steigst, solltest Du Dir ein paar Minuten Zeit nehmen. Hektik führt oft zu unnötigem Ziehen, Reißen und Falten.
Prüfe zuerst:
- Sind Fingernägel kurz und glatt?
- Ist der Anzug sauber und frei von Sand?
- Sind alle Reißverschlüsse vollständig geöffnet?
- Gibt es Risse, offene Nähte oder beschädigte Dichtungen?
- Liegt der Anzug auf einer sauberen, möglichst glatten Fläche?
Besonders bei Neopren gilt: Nie mit den Fingerspitzen in das Material greifen und daran reißen. Lege die Finger flach an und schiebe das Material Stück für Stück nach oben.
Wenn Du noch einen passenden Nassanzug suchst, findest Du in der Tauchwerkstatt-Kollektion für Neoprenanzüge Modelle für unterschiedliche Wassertemperaturen und Einsatzbereiche.
2. Ziehe den Nassanzug immer von unten nach oben an
Das wichtigste Grundprinzip lautet: Beine zuerst, Oberkörper danach.
So gehst Du vor:
- Steige vorsichtig mit einem Fuß in das erste Bein.
- Führe das Bein bis über die Wade und anschließend bis zum Knie.
- Wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite.
- Ziehe das Neopren langsam bis zur Hüfte.
- Kontrolliere, dass der Schrittbereich korrekt sitzt.
- Erst danach ziehst Du das Oberteil über Bauch und Rücken.
Ziehe nicht sofort am Kragen oder an den Schultern. Wenn der Anzug an den Beinen noch zu weit unten sitzt, entsteht dort Spannung. Das macht den Oberkörper unnötig eng.
Der Anzug sollte eng anliegen – wie eine zweite Haut, aber ohne Schmerzen, Taubheitsgefühl oder starke Einschränkungen. Ein hochwertiger BARE 5-mm-Neoprenanzug ist beispielsweise in vielen Größen erhältlich. Die richtige Passform ist beim Anziehen genauso wichtig wie das Material.
3. Schiebe Falten nach oben und ziehe nicht mit Gewalt
Neopren lässt sich leichter anziehen, wenn Du es nicht auf einmal hochziehst. Arbeite Dich langsam vor.
Greife das Material:
- oberhalb des Knöchels,
- dann an der Wade,
- anschließend am Oberschenkel,
- danach an der Hüfte.
Schiebe überschüssiges Material jeweils nach oben. So entstehen weniger Falten und der Anzug sitzt gleichmäßiger.
Ein häufiger Fehler ist, am Ärmel oder an der Schulter zu ziehen, obwohl am Unterarm noch Material fehlt. Dadurch können Nähte und Verklebungen stark belastet werden.
Wenn Du merkst, dass der Anzug nicht weitergeht: Stopp! Ziehe ihn nicht stärker. Kontrolliere stattdessen, ob sich eine Falte, ein verdrehter Ärmel oder ein falsch sitzender Unterzieher gebildet hat.
4. Nutze geeignete Hilfsmittel für mehr Komfort
Ein dünner Base Layer kann das Anziehen eines Nassanzugs deutlich erleichtern. Er reduziert die Reibung zwischen Haut und Neopren. Außerdem schützt er Deine Haut vor Scheuerstellen.
Geeignet sind zum Beispiel:
- dünne Lycra- oder Funktionskleidung,
- ein passender Unterzieher,
- dünne Tauchsocken,
- spezielle Anziehhilfen nach Herstellerangabe.
Vermeide Baumwolle. Sie saugt sich mit Feuchtigkeit voll und kann Dich während des Tauchgangs auskühlen.
Für mehr Komfort unter einem Trockentauchanzug eignen sich beispielsweise der Mares COMFORT MID Unterzieher oder der wärmere Scubaforce X-Pure Unterzieher.
Wichtig ist, dass der Unterzieher glatt und faltenfrei sitzt. Kontrolliere besonders:
- Knie,
- Ellenbogen,
- Achseln,
- Schultern,
- Hüfte.
5. Ziehe den Trockentauchanzug besonders sorgfältig an
Beim Trockentauchanzug kommen zusätzliche Komponenten hinzu: Dichtungen, Inflator, Auslassventil und ein wasser- oder gasdichter Reißverschluss.
Beginne auch hier mit den Beinen. Ziehe den Anzug bis zur Hüfte hoch und führe anschließend die Arme in die Ärmel.
Achte dabei darauf, dass:
- der Unterzieher nicht verrutscht,
- keine Stoffteile im Reißverschluss liegen,
- die Füße vollständig in den Boots oder Füßlingen sitzen,
- der Schrittbereich ausreichend Platz bietet.
Bei einem Frontreißverschluss solltest Du den Zipper gerade und ohne seitlichen Zug führen. Bei einem Rückenreißverschluss ist die Hilfe Deines Buddys sinnvoll.
Als Beispiel für einen robusten technischen Trockentauchanzug findest Du bei uns den Santi Edge Trockentauchanzug. Er verfügt unter anderem über ein Trilaminat-Gewebe, Verstärkungen und ein wechselbares Manschettensystem.

6. Behandle Hals- und Armmanschetten vorsichtig
Dichtungen gehören zu den empfindlichsten Teilen eines Trockentauchanzugs. Sie dürfen beim Anziehen nicht überdehnt, verdreht oder mit scharfen Fingernägeln beschädigt werden.
Bei Neoprenmanschetten gilt:
- gleichmäßig über den Hals oder das Handgelenk ziehen,
- Falten vorsichtig glattstreichen,
- keine scharfen Kanten verwenden,
- nicht unnötig am Material zerren.
Latex- und Silikonmanschetten brauchen besondere Aufmerksamkeit. Verwende nur Pflegemittel, die für das jeweilige Material geeignet sind. Öl, Vaseline und andere petroleumhaltige Produkte können Latex angreifen.
Zur Pflege von Dichtungen eignet sich beispielsweise der McNett SEAL SAVER. Bitte beachte immer zusätzlich die Pflegehinweise des Herstellers Deines Anzugs.
Bei Latexmanschetten kann Talkum die Reibung reduzieren. Das passende GEAR AID Talcum Powder findest Du ebenfalls im Tauchwerkstatt-Shop.
7. Prüfe vor dem Tauchgang die Passform
Bevor Du ins Wasser gehst, solltest Du Dich kurz bewegen. Das dauert nur wenige Sekunden und verhindert viele Probleme unter Wasser.
Teste:
- Arme über den Kopf heben,
- Schultern kreisen,
- in die Hocke gehen,
- Knie anheben,
- Oberkörper drehen,
- Inflator und Auslassventil erreichen.
Beim Trockentauchanzug darf die Beweglichkeit nicht durch einen zu kurzen Torso eingeschränkt sein. Gleichzeitig sollte der Anzug nicht so groß sein, dass sich übermäßig viel Material staut.
Beim Nassanzug achtest Du auf gleichmäßigen Sitz ohne große Falten. Besonders am Hals darf der Anzug dicht anliegen, aber nicht schmerzhaft einschneiden.
Taubheitsgefühle, starke Druckstellen oder eingeschränkte Beweglichkeit sind kein normales Zeichen einer guten Passform.
8. Spüle und trockne den Anzug nach jedem Tauchgang
Die wichtigste Maßnahme bei der Tauchausrüstung-Pflege ist einfach: Nach jedem Tauchgang mit klarem Süßwasser spülen.
Salz, Sand, Chlor und Schmutz setzen sich besonders gerne fest:
- am Reißverschluss,
- an den Manschetten,
- an den Beinabschlüssen,
- im Halsbereich,
- an Nähten und Klettverschlüssen.
Für Nass- und Trockentauchanzüge eignet sich das GEAR AID Wet- and Dry Suit Shampoo. Es unterstützt die schonende Reinigung und hilft, Gerüche sowie Rückstände zu entfernen.
So gehst Du vor:
- Anzug mit Süßwasser abspülen.
- Bei Bedarf mit geeignetem Anzugshampoo reinigen.
- Innen- und Außenseite vollständig trocknen lassen.
- Nicht in der prallen Sonne oder direkt auf der Heizung trocknen.
- Erst komplett trocken einlagern.
Der Trockentauchanzug sollte außen und – je nach Feuchtigkeit – auch innen gut trocknen. Ein feuchter Anzug in einer verschlossenen Tasche entwickelt schnell unangenehme Gerüche.

9. Pflege Reißverschlüsse und kleinere Schäden rechtzeitig
Ein Reißverschluss darf niemals mit Gewalt geschlossen werden. Entferne zuerst Sand und Schmutz. Prüfe anschließend, ob Stoff oder Unterzieher eingeklemmt sind.
Für die regelmäßige Pflege eignet sich ein spezielles Produkt wie das GEAR AID Zipper Wax oder der GEAR AID Zipper Stick.
Trage das Wachs dünn auf. Zu viel Pflegemittel bindet unnötig Schmutz. Bewege den Reißverschluss danach mehrmals vorsichtig hin und her.
Kleine Neoprenschäden solltest Du nicht ignorieren. Ein kleiner Riss kann beim nächsten Tauchgang größer werden. Für geeignete Reparaturen findest Du zum Beispiel GEAR AID Aquasure + FD. Bei einem beschädigten gasdichten Reißverschluss oder einer undichten Manschette solltest Du den Anzug fachgerecht prüfen und reparieren lassen.

Deine kurze Checkliste zum Mitnehmen
Vor dem Anziehen
- Fingernägel kurz und glatt?
- Anzug sauber und unbeschädigt?
- Reißverschlüsse vollständig geöffnet?
- Unterzieher glatt angezogen?
- Saubere Unterlage vorhanden?
Beim Anziehen
- Immer von unten nach oben arbeiten.
- Material Stück für Stück hochschieben.
- Nicht an Nähten oder Dichtungen reißen.
- Keine Falten an Gelenken und im Schritt lassen.
- Reißverschluss gerade und ohne Gewalt schließen.
Nach dem Tauchgang
- Mit Süßwasser spülen.
- Reißverschluss und Dichtungen kontrollieren.
- Im Schatten und gut belüftet trocknen.
- Pflegeprodukte sparsam und passend zum Material einsetzen.
- Anzug trocken und ohne starke Knicke lagern.
Bei Tauchwerkstatt findest Du passende Neoprenanzüge, Trockentauchanzüge, Unterzieher und Pflegeprodukte für Deine Tauchausrüstung.
Wir beraten Dich natürlich auch persönlich – am Wochenende per WhatsApp, Telefon oder E-Mail. Dazu kommt kostenloser Versand und ein 14-Tage-Rückgaberecht.
Du bist unsicher, welcher Anzug, Unterzieher oder welches Pflegeprodukt zu Dir passt? Schreib uns einfach per WhatsApp oder an info@tauchwerkstatt.eu. Wir helfen Dir umgehend weiter!
























