Absolut! Ein sauber geplanter Aufstieg gehört zu den wichtigsten Teilen jedes Tauchgangs. Dabei spielen der Sicherheitsstopp und der Dekompressionsstopp eine zentrale Rolle.
Beide Stopps helfen deinem Körper dabei, gelösten Stickstoff kontrolliert abzugeben. Sie sind aber nicht dasselbe. Der wichtigste Unterschied lautet:
- Sicherheitsstopp: empfohlen, normalerweise 3–5 Minuten auf etwa 5 m
- Dekompressionsstopp: vom Tauchcomputer berechnet und verpflichtend einzuhalten
Wir sind selbst aktive Taucher und wissen: Gerade beim Auftauchen passieren schnell kleine Fehler. Die Tiefe schwankt. Die Tarierung wird unruhig. Oder man möchte nach einem langen Tauchgang einfach zu schnell nach oben.
Mit der richtigen Vorbereitung bleibt dein Aufstieg kontrolliert, ruhig und sicher.
Warum sind Stopps beim Auftauchen wichtig?
Während des Tauchgangs nimmt dein Körper Stickstoff aus dem Atemgas auf. Je tiefer und länger du tauchst, desto mehr Stickstoff wird in Gewebe und Blut gelöst.
Beim Aufstieg sinkt der Umgebungsdruck. Der Stickstoff kann wieder aus dem Körper abgegeben und abgeatmet werden. Das geschieht jedoch nicht überall gleich schnell.
Ein kontrollierter Aufstieg mit passenden Stopps unterstützt diesen Prozess:
- Der Stickstoff kann schrittweise aus dem Gewebe abgegeben werden.
- Die Bildung von Gasblasen wird reduziert.
- Das Risiko einer Dekompressionskrankheit (DCS) wird gesenkt.
- Du bekommst mehr Zeit, deine Tarierung und Umgebung zu kontrollieren.
Ein Stopp macht einen schlecht geplanten Tauchgang allerdings nicht automatisch sicher. Entscheidend bleiben immer:
- passende Tauchgangsplanung
- richtige Gaswahl
- kontrollierte Aufstiegsgeschwindigkeit
- funktionierende Ausrüstung
- ausreichende Ausbildung
- Beachtung der Anzeige deines Tauchcomputers
Sicherheitsstopp und Dekompressionsstopp: Der Unterschied
Was ist ein Sicherheitsstopp?
Der Sicherheitsstopp ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme bei einem Nullzeittauchgang. Er wird normalerweise bei jedem Tauchgang empfohlen, insbesondere nach Tauchgängen in größere Tiefen.
Der typische Sicherheitsstopp dauert:
- 3–5 Minuten
- auf ungefähr 5 m Tiefe
- im üblichen Bereich von etwa 3–6 m
Viele Tauchcomputer beginnen bei 5 m mit dem Countdown. Manche Modelle zeigen einen Bereich an, in dem du dich bewegen darfst.
Der Sicherheitsstopp ist normalerweise nicht verpflichtend. Trotzdem solltest du ihn bei jedem Tauchgang fest einplanen. Er gibt deinem Körper zusätzliche Zeit für die Stickstoffabgabe und vergrößert deine Sicherheitsreserve.
Wichtig: Ein Sicherheitsstopp ersetzt niemals einen vorgeschriebenen Dekompressionsstopp.
Was ist ein Dekompressionsstopp?
Ein Dekompressionsstopp wird notwendig, wenn du die Nullzeit deines Tauchgangs überschreitest oder dein Tauchprofil eine verpflichtende Dekompression erfordert.
Der Tauchcomputer berechnet dabei unter anderem:
- die erforderlichen Stopptiefen
- die Dauer jedes Stopps
- die Aufstiegsgeschwindigkeit
- die verbleibende Zeit bis zur Oberfläche
- mögliche Gaswechsel bei Multigas-Tauchgängen
Ein Dekompressionsstopp ist keine Empfehlung, sondern eine Verpflichtung. Du darfst ihn nicht einfach überspringen oder verkürzen.
Bei einem Dekompressionstauchgang können mehrere Stopps notwendig sein, zum Beispiel auf 21 m, 18 m, 15 m, 12 m, 9 m und 6 m. Die tatsächlichen Werte hängen immer von deinem Tauchprofil, deinem Atemgas, deinem Computer und dessen Einstellungen ab.
Sicherheitsstopp richtig durchführen
Ein Sicherheitsstopp klingt einfach. In der Praxis ist er aber eine anspruchsvolle Tarierungsübung. So gehst du strukturiert vor:
1. Langsam aufsteigen
Halte dich an die Vorgaben deines Tauchcomputers und deiner Ausbildung. Als klare Obergrenze gilt:
Maximal 10 m pro Minute.
Im flachen Bereich ist ein noch langsamerer Aufstieg häufig sinnvoll. Besonders die letzten Meter vor der Oberfläche sind wichtig, weil sich der Umgebungsdruck dort besonders stark verändert.
Atme ruhig und kontinuierlich. Halte niemals die Luft an.
2. Tiefe exakt halten
Beende den Aufstieg kontrolliert bei ungefähr 5 m. Vermeide ein Pendeln zwischen 3 und 8 m.
Achte auf:
- Tiefenanzeige des Computers
- Referenzleine oder Bojenleine
- Atemrhythmus
- kleine Tarierungskorrekturen
- wechselnden Auftrieb deiner Ausrüstung
Ein Tauchcomputer mit gut ablesbarem Display hilft dir dabei, Tiefe und Stoppzeit zuverlässig zu überwachen.
3. Sauber trimmen
Eine waagerechte Trimmung macht den Stopp deutlich entspannter. Deine Ausrüstung bleibt besser kontrollierbar und du musst weniger mit den Flossen arbeiten.
Ideal ist:
- Körper möglichst horizontal
- Kopf in neutraler Position
- Flossen ruhig
- Hände frei
- keine hektischen Bewegungen
Vermeide es, dich an der Bojenleine hochzuziehen. Die Leine ist eine Referenz und keine Haltevorrichtung.
4. Neutral tariert bleiben
Beim Aufstieg dehnt sich das Gas in deinem Tariermittel aus. Dadurch steigt dein Auftrieb. Lass deshalb frühzeitig kontrolliert Luft aus Wing oder Jacket ab.
Kleine Korrekturen sind besser als große Eingriffe. Nutze den Inflator nur kurz und lass überschüssige Luft an der höchsten Stelle des Tariermittels ab.
5. Boje setzen
Im offenen Wasser, bei Strömung oder beim Bootstauchen ist eine Signalboje besonders wichtig. Setze sie möglichst vor oder zu Beginn des Sicherheitsstopps, sofern du das Manöver sicher beherrschst.
Eine gut sichtbare SMB-Boje zeigt dem Bootsführer, wo du dich befindest. Für das kontrollierte Setzen brauchst du außerdem ein passendes Spool oder Reel.
Tarierung geht vor Boje. Wenn du beim Setzen die Kontrolle verlierst, sichere zuerst deine Position und verschiebe das Manöver auf einen geeigneten Zeitpunkt.
Was passiert, wenn der Computer einen Dekostopp verlangt?
Wenn dein Tauchcomputer einen Dekompressionsstopp anzeigt, bleib ruhig. Der Computer erwartet, dass du die angezeigten Stopps vollständig abarbeitest.
Das bedeutet:
- Steige kontrolliert bis zur angezeigten Stopptiefe auf.
- Halte die Tiefe möglichst exakt.
- Bleibe dort, bis der Computer den Stopp beendet.
- Folge anschließend der nächsten angezeigten Stopptiefe.
- Steige erst bis zur Oberfläche auf, wenn dein Computer es erlaubt.
Je nach Modell zeigt der Computer zusätzlich eine Time to Surface (TTS) an. Diese kann Aufstiegszeit und Dekompressionszeit enthalten. Lies die Bedienungsanleitung deines Geräts genau, damit du weißt, wie die Werte dargestellt werden.
Ein Dekompressionsstopp darf nicht einfach durch einen normalen Sicherheitsstopp ersetzt werden. Auch ein längerer Aufenthalt auf 5 m macht einen ausgelassenen Stopp auf 12 m oder 9 m nicht automatisch korrekt.
Wenn du einen Dekostopp versehentlich verpasst
Falls du einen vorgeschriebenen Stopp verlässt oder zu früh aufsteigst:
- Folge sofort der Notfall- und Herstelleranweisung deines Tauchcomputers.
- Informiere deinen Tauchpartner und die verantwortliche Tauchbasis.
- Beobachte dich auf Symptome.
- Bei Beschwerden oder Unsicherheit: umgehend medizinische Hilfe beziehungsweise den lokalen Rettungsdienst kontaktieren.
- Tauche nicht erneut ab, um einen Fehler selbst zu „reparieren“, sofern dies nicht ausdrücklich durch deine Ausbildung und das entsprechende Notfallverfahren vorgesehen ist.
Bei Symptomen wie ungewöhnlicher Müdigkeit, Hautveränderungen, Gelenkschmerzen, Taubheit, Schwindel oder Atemproblemen gilt: nicht abwarten.
Vorbereitung auf geplante Dekompression
Ein Dekompressionstauchgang beginnt nicht erst in dem Moment, in dem der Computer einen Stopp anzeigt. Die Vorbereitung erfolgt bereits an Land.
Gasplanung
Plane ausreichend Gas für:
- den Abstieg
- die Grundzeit
- den Aufstieg
- alle geplanten Dekompressionsstopps
- einen Sicherheitszuschlag
- eine mögliche Situation mit erhöhtem Atemgasverbrauch
- den Gasbedarf deines Teams, sofern du nach Teamgasprinzip planst
Ein Dekompressionsstopp mit fast leerer Flasche ist kein realistischer Plan. Beziehe auch Kälte, Stress, Strömung und körperliche Anstrengung in deine Berechnung ein.
Dekogas
Bei technischen Tauchgängen kann ein separates Dekompressionsgas, zum Beispiel Nitrox 50, eingesetzt werden. Das ist jedoch nur sinnvoll, wenn du dafür ausgebildet bist und dein kompletter Tauchplan darauf ausgelegt ist.
Achte auf:
- korrekt analysierte und beschriftete Flaschen
- passende maximale Einsatztiefe (MOD)
- geplante Wechselzeiten
- sichere Erreichbarkeit der Flasche
- redundante Atemgasversorgung
- klare Kommunikation im Team
Ein Dekogas wird niemals spontan und ohne Training gewechselt. Halte dich an deinen Tauchplan und die Anzeige deines Computers.
Für ambitionierte Taucher kann ein Computer wie der Shearwater Peregrine TX interessant sein. Er unterstützt Multigas-Tauchgänge und bietet eine übersichtliche Darstellung von Dekompressionsdaten. Auch der Garmin Descent X30 und der Mares Puck 4 gehören zu den Tauchcomputern in unserem Sortiment.
Besonderheiten beim Nachttauchen und im Kaltwasser
Beim Nachttauchen ist die Tiefenkontrolle oft schwieriger. Ohne sichtbare Umgebung fehlt dir eine natürliche Referenz. Nutze deshalb bewusst:
- deinen Tauchcomputer
- eine Bojenleine
- die Handzeichen deines Partners
- eine gute Lampe
- eine redundante Backuplampe
Achte außerdem darauf, dass Displays und Warnsignale gut ablesbar sind. Eine Lampe sollte nicht direkt auf das Display gehalten werden, da Reflexionen die Anzeige erschweren können.
Im Kaltwasser kommen weitere Faktoren hinzu:
- höherer Atemgasverbrauch durch Stress oder Kälte
- eingeschränkte Beweglichkeit mit dicken Handschuhen
- veränderte Tarierung durch Unterzieher und Trockentauchanzug
- mögliche Probleme mit Inflator oder Auslassventilen
- kürzere Akkulaufzeit bei niedrigen Temperaturen
Teste dein Equipment vor dem Tauchgang. Prüfe besonders Computerakku, Sender, Inflator, Ventile, Boje und Spool.
Sicherheitsstopp lernen: Ausbildung ist der beste Weg
Die Theorie lässt sich lesen. Sicher wird das Ganze aber erst durch praktische Übung.
In einer passenden Ausbildung trainierst du unter anderem:
- kontrollierte Aufstiege
- stabile Trimmung
- präzise Tarierung
- Sicherheits- und Dekompressionsstopps
- Bojensetzen
- Gasplanung
- Gaswechsel
- Reaktionen auf Computerwarnungen
Für den Einstieg findest du bei uns zum Beispiel den i.a.c. Nitrox Kurs. Je nach Ausbildungsziel können außerdem Kurse wie Tieftauchen, Deep Diving oder weiterführende technische Dekompressionskurse sinnvoll sein.
Fazit: Ruhig, langsam und geplant auftauchen
Der Sicherheitsstopp gehört bei jedem Tauchgang zur guten Praxis: 3–5 Minuten auf etwa 5 m, kontrolliert und sauber tariert.
Ein Dekompressionsstopp ist dagegen verpflichtend. Er wird vom Tauchcomputer oder deinem Tauchplan vorgegeben und muss vollständig eingehalten werden.
Merke dir für den nächsten Tauchgang:
- Maximal 10 m pro Minute aufsteigen
- Tiefe exakt halten
- Neutral tariert bleiben
- Ruhig atmen
- Boje kontrolliert setzen
- Computeranzeigen beachten
- Gas und Dekogas vorher planen
- Nie außerhalb deiner Ausbildung tauchen
Wir beraten dich natürlich gern bei der Auswahl deines Tauchcomputers, deiner Boje oder deines Spools. Du profitierst bei uns von kostenlosem Versand ab 20 €, 14 Tagen Rückgaberecht und persönlicher Beratung durch aktive Taucher.
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