Atemregler-Set mit Oktopus und Finimeter für sicheres Tauchen

Ja, klar! Der Oktopus gehört zu den wichtigsten Bestandteilen Deiner Tauchausrüstung. Im Notfall kann er Deinem Buddy eine alternative Luftversorgung geben. Damit das zuverlässig funktioniert, muss der Oktopus technisch geeignet, richtig positioniert und regelmäßig gewartet sein.

Wir sind selbst aktive Taucher und wissen aus der Praxis: Unter Wasser bleibt keine Zeit für langes Suchen oder komplizierte Handgriffe. Dein Oktopus muss einfach erreichbar sein – für Dich und für Deinen Buddy.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Was ein Oktopus genau ist
  • Wo Du ihn am besten befestigst
  • Welche Schlauchlänge und Schlauchführung sinnvoll sind
  • Warum Qualität und Kaltwasser-Tauglichkeit zählen
  • Wie Du im Notfall ruhig und kontrolliert reagierst
  • Wann ein einzelner Oktopus oder ein komplettes Atemregler-Set sinnvoll ist
  • Was Tech-Taucher unter einer Long-Hose-Konfiguration verstehen

Wichtiger Sicherheitshinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Tauchausbildung. Übe das Atemregler-Spenden, die Kommunikation und den kontrollierten Aufstieg immer praktisch in einem Kurs mit einer qualifizierten Tauchlehrerin oder einem qualifizierten Tauchlehrer.

Was ist ein Oktopus beim Tauchen?

Ein Oktopus ist eine zusätzliche zweite Stufe Deines Atemreglers. Er wird auch als Wechselatemregler, Zweitatemregler oder alternative Luftversorgung bezeichnet.

Ein klassisches Atemregler-System besteht aus:

  • Erster Stufe: Sie sitzt am Flaschenventil und reduziert den hohen Flaschendruck auf einen niedrigeren Mitteldruck.
  • Haupt-Zweiter-Stufe: Durch sie atmest Du normalerweise.
  • Oktopus: Eine weitere zweite Stufe, die als Reserve oder zur Luftspende für den Buddy dient.
  • Inflator-Anschluss: Er versorgt den Tarierautomatik-Inflator mit Mitteldruckluft.
  • Finimeter oder Sender: Damit kontrollierst Du Deinen Flaschendruck. Passende Lösungen findest Du in unserer Finimeter-Kollektion.

Der wichtigste Unterschied zwischen Hauptautomat und Oktopus ist normalerweise nicht das grundlegende Funktionsprinzip. Beide sind zweite Stufen. Der Oktopus ist jedoch oft:

  • farblich auffälliger (zum Beispiel gelb),
  • mit einer anderen Schlauchlänge montiert,
  • etwas einfacher ausgestattet,
  • für das schnelle Auffinden durch den Buddy optimiert.

Ein Oktopus sollte trotzdem eine zuverlässige und leistungsfähige zweite Stufe sein. Er ist kein Spielzeug und keine Notlösung minderer Qualität.

Atemregler-Set mit erster Stufe, zweiten Stufen und Schläuchen

Wo gehört der Oktopus hin?

Die klassische Position im Dreieck

Beim klassischen Sporttauch-Setup sitzt der Oktopus im sogenannten Dreieck zwischen Mund, Brustbereich und unterem Brustkorb.

Praktisch bedeutet das:

  • Der Oktopus hängt vorne am Körper.
  • Dein Buddy kann ihn schnell sehen.
  • Du selbst kannst ihn mit einer Hand erreichen.
  • Der Schlauch verläuft möglichst frei und ohne scharfe Knicke.
  • Der Regler wird mit einem Clip, einer Halterung oder einem geeigneten Retainer fixiert.

Wichtig ist: Der Oktopus sollte nicht lose unter Dir baumeln. Ein frei schleifender Regler kann sich an Felsen, Wrackteilen oder Leinen verfangen. Außerdem weiß Dein Buddy im Stress möglicherweise nicht, wo er suchen soll.

Die Befestigung sollte so gewählt sein, dass sich der Oktopus mit einem einfachen, geübten Handgriff lösen lässt. Ein Boltsnap oder eine spezielle Halterung kann dafür sinnvoll sein. Passendes Atemregler-Zubehör findest Du in unserer Kollektion für Atemregler-Zubehör.

Oktopus am Inflator: die Kombi-Lösung

Eine weitere Variante ist der Kombi-Oktopus am Inflator. Dabei sind Inflator und zweite Stufe in einer Einheit kombiniert. Die Einheit sitzt typischerweise links an der Schulter am gewellten Inflatorschlauch.

Vorteile:

  • Weniger separate Schläuche am Körper
  • Aufgeräumte Ausrüstung
  • Für den Taucher selbst meist gut erreichbar
  • Kann die Ausrüstung kompakter machen

Nachteile:

  • Die Position ist für den Buddy nicht immer sofort eindeutig.
  • Der Buddy muss wissen, dass sich die alternative Luftversorgung am Inflator befindet.
  • Der Inflator kann während der Luftspende nicht gleichzeitig bequem von Dir bedient werden.
  • Die Schlauchführung hängt stärker von Deinem Jacket oder Wing ab.

Ein Kombi-Oktopus kann gut funktionieren. Entscheidend ist aber, dass Du ihn vor dem Tauchgang erklärst und mit Deinem Buddy übst. Deine Konfiguration muss für alle Beteiligten klar sein.

Schlauchlänge und Schlauchführung beim Oktopus

Die Schlauchlänge muss zur Konfiguration passen. Ein zu kurzer Schlauch kann im Notfall die Bewegungsfreiheit einschränken. Ein deutlich zu langer Schlauch kann dagegen Schlaufen bilden, hängen bleiben oder sich um Ausrüstungsteile legen.

Bei einer klassischen Sporttauch-Konfiguration gilt:

  • Der Oktopus-Schlauch sollte lang genug sein, um ihn bequem an den Buddy zu übergeben.
  • Er darf nicht unter Spannung stehen.
  • Er sollte nicht über den Boden schleifen.
  • Er muss frei vom Körper weggeführt werden können.
  • Die Position sollte bei jedem Tauchgang möglichst gleich sein.

Kürze und Fixierung zählen im Notfall. Dein Buddy soll den Regler schnell greifen können. Gleichzeitig darf die Schlauchführung Deine Beweglichkeit nicht einschränken.

Kontrolliere vor dem Einstieg:

  • Ist der Oktopus sichtbar?
  • Kannst Du ihn mit beiden Händen erreichen?
  • Kann Dein Buddy ihn erkennen?
  • Ist der Schlauch frei von Knicken?
  • Sitzt die Halterung sicher, lässt sich aber schnell lösen?

Warum der Oktopus keine billige zweite Stufe sein sollte

Ein häufiger Fehler ist, beim Oktopus möglichst viel sparen zu wollen. Schließlich wird er angeblich nur selten benutzt. Genau das ist aber der falsche Gedanke.

Im Notfall brauchst Du einen Regler, der zuverlässig funktioniert. Achte deshalb auf:

Geringen Atemwiderstand

Der Oktopus sollte sich leicht und ruhig atmen lassen. Ein hoher Atemwiderstand kann bei Stress zusätzlich belasten. Das gilt besonders, wenn zwei Taucher nahe beieinander bleiben und der Luftbedarf erhöht ist.

Ausreichende Leistung

Die zweite Stufe muss zur ersten Stufe, zum Einsatzbereich und zu Deinem Tauchprofil passen. Für häufige tiefe Tauchgänge, anspruchsvolle Bedingungen oder hohen Atemgasbedarf ist eine leistungsfähige Konfiguration besonders wichtig.

Kaltwasser-Tauglichkeit

In kaltem Wasser steigen die Anforderungen an das Atemregler-System. Wenn Du regelmäßig in Seen, im Winter oder bei Wassertemperaturen unter etwa 10 °C tauchst, sollte der Oktopus ausdrücklich für Kaltwasser geeignet sein.

Viele Taucher setzen im Kaltwasser zusätzlich auf:

  • zwei getrennte erste Stufen,
  • zwei getrennte Flaschenventile,
  • jeweils eine zweite Stufe pro erster Stufe,
  • eine gut zugängliche alternative Luftversorgung.

Welche Konfiguration für Dich sinnvoll ist, hängt von Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzbereich ab. Unsere Atemregler-Sets enthalten unterschiedliche Lösungen für Sport-, Kaltwasser- und technische Taucher.

Atemregler spenden im Notfall: die ruhige Reihenfolge

Ein Luftmangel ist eine Stresssituation. Deshalb sollte der Ablauf nicht improvisiert werden. Übe ihn regelmäßig mit Deinem Buddy.

In einer klassischen Oktopus-Konfiguration kann der Ablauf grundsätzlich so aussehen:

  1. Ruhe bewahren und Blickkontakt herstellen.
  2. Der Buddy zeigt das Handzeichen für „keine Luft“.
  3. Du bestätigst das Signal und bleibst möglichst stabil in Deiner Position.
  4. Du greifst den fixierten Oktopus.
  5. Du übergibst den Oktopus dem Buddy – mit dem Mundstück voran und ohne hektische Bewegungen.
  6. Der Buddy nimmt ihn in den Mund und beginnt zu atmen.
  7. Ihr stellt den Körperkontakt und die Kommunikation wieder her.
  8. Ihr kontrolliert den Aufstieg nach dem in Eurem Kurs geübten Verfahren.
  9. Ihr haltet Tiefe, Aufstiegsgeschwindigkeit und gegebenenfalls Sicherheitsstopp ein.

Die genaue Vorgehensweise kann je nach Verband, Ausbildungsstandard und Konfiguration abweichen. Wichtig ist, dass Ihr vor dem Tauchgang besprecht, wer welchen Regler spendet.

Übe außerdem:

  • das Finden des Oktopus ohne hinzusehen,
  • das Lösen aus der Halterung,
  • die Handzeichen,
  • das Atmen aus dem Backup-Regler,
  • die Kontrolle des Auftriebs,
  • die gemeinsame Bewegung zum Ausstieg oder zur Oberfläche.

Bei einem echten Notfall gelten immer Deine Ausbildung, die lokalen Bedingungen und die Verfahren, die Du praktisch trainiert hast.

Kaltwasser-Atemregler für anspruchsvolle Tauchbedingungen

Oktopus einzeln kaufen oder als Atemregler-Set?

Ein kompletter Satz ist oft sinnvoll, wenn Du:

  • Deine erste eigene Ausrüstung zusammenstellst,
  • Hauptregler und Oktopus gleichzeitig ersetzen möchtest,
  • eine abgestimmte Kombination bevorzugst,
  • direkt Finimeter und Schläuche benötigst,
  • auf eine neue Kaltwasser- oder Tech-Konfiguration wechselst.

Einen einzelnen Oktopus kaufst Du häufig dann, wenn:

  • Deine Hauptausrüstung bereits vorhanden ist,
  • der bisherige Oktopus beschädigt oder veraltet ist,
  • Du eine bessere oder kälteresistentere zweite Stufe möchtest,
  • Du eine Ersatzkonfiguration aufbauen willst.

Achte beim Einzelkauf auf die Kompatibilität mit Deiner ersten Stufe, den Anschluss des Mitteldruckschlauchs, die gewünschte Schlauchlänge und den vorgesehenen Temperaturbereich.

Wenn Du unsicher bist, beraten wir Dich natürlich gerne. Wir sind selbst aktive Taucher und schauen nicht nur auf den Preis, sondern auf Dein gesamtes Setup.

Wartung, Revision und Lagerung

Der Oktopus braucht denselben Revisionsrhythmus wie Dein Hauptatemregler. Maßgeblich sind die Vorgaben des Herstellers sowie Deine Nutzung.

Eine Wartung oder Revision ist besonders wichtig:

  • vor Beginn einer neuen Saison,
  • bei häufigem Kaltwasser- oder Salzwassertauchen,
  • nach längerer Lagerung,
  • bei auffälligem Atemwiderstand,
  • bei einem Freifluss,
  • nach mechanischer Beschädigung.

Spüle den Oktopus nach dem Tauchgang mit sauberem Süßwasser. Lass ihn vollständig trocknen und lagere ihn dunkel, trocken und ohne geknickten Schlauch. Der Staubschutz gehört auf den Anschluss der ersten Stufe.

Kontrolliere regelmäßig:

  • Mundstück auf Risse und Bissspuren,
  • Schlauch auf Scheuerstellen und Blasen,
  • Anschlüsse und O-Ringe,
  • Halterung oder Clip,
  • Funktion der Spültaste.

Mundstücke und O-Ringe sind kleine Bauteile, können aber im entscheidenden Moment eine große Rolle spielen. Passendes Zubehör findest Du in unserer Atemregler-Zubehör-Kollektion.

Bonus für Tech-Taucher: Long Hose statt klassischem Oktopus

Tech-Taucher nutzen häufig keine klassische Oktopus-Position im Brustdreieck. Stattdessen wird der Hauptatemregler an einer langen Schlauchführung, der sogenannten Long Hose, getragen.

Der Backup-Regler hängt meist kurz unter dem Kinn an einer Necklace. Im Notfall:

  • spendet der Taucher den aktuell verwendeten Hauptregler,
  • wechselt selbst auf den Backup-Regler,
  • ermöglicht der lange Schlauch mehr Abstand und Bewegungsfreiheit.

Das ist besonders sinnvoll bei:

  • technischen Tauchgängen,
  • Höhlen- und Wracktauchen,
  • Tauchgängen mit mehreren Flaschen,
  • Situationen mit eingeschränkter Sicht oder engem Raum.

Eine Long-Hose-Konfiguration muss jedoch vollständig verstanden, korrekt aufgebaut und intensiv trainiert werden. Sie ist keine einfache Nachrüstung für jeden Taucher.

Atemregler-Zubehör und O-Ringe für die regelmäßige Pflege

FAQ: Häufige Fragen zum Oktopus beim Tauchen

Ist ein Oktopus beim Tauchen Pflicht?

Ein Oktopus ist bei vielen Sporttauch-Konfigurationen Standard und eine wichtige alternative Luftversorgung. Ob er in Deiner konkreten Ausrüstung vorgeschrieben ist, hängt von Ausbildungsorganisation, Tauchbasis und lokalen Regeln ab.

Wie lang sollte der Oktopus-Schlauch sein?

Die passende Länge hängt von Deiner Konfiguration ab. Bei einer klassischen Sporttauch-Ausrüstung sollte der Schlauch lang genug sein, um den Regler bequem an den Buddy zu übergeben, aber nicht unnötig lange Schlaufen bilden.

Wo befestige ich den Oktopus am besten?

Typisch ist die Position im Brustdreieck zwischen Mund und unterem Brustbereich. Wichtig ist, dass der Oktopus sichtbar, fixiert und für Dich sowie Deinen Buddy schnell erreichbar ist.

Ist ein Kombi-Oktopus am Inflator sicher?

Ja, ein Kombi-Oktopus kann sicher funktionieren, wenn er korrekt montiert, gewartet und von allen Tauchern verstanden wird. Die Luftspende und der Umgang mit dem Inflator müssen vorher praktisch geübt werden.

Wie oft muss ein Oktopus gewartet werden?

Der Oktopus sollte nach demselben Revisionsrhythmus wie Dein Hauptatemregler gewartet werden. Zusätzlich solltest Du ihn vor jedem Tauchgang einer Sicht- und Funktionskontrolle unterziehen.

Dein Oktopus-Setup gemeinsam prüfen

Du suchst einen neuen Oktopus, ein komplettes Atemregler-Set oder Zubehör für Deine vorhandene Konfiguration? In unserer Kollektion für zweite Stufen findest Du passende Lösungen für Freizeit-, Kaltwasser- und technische Tauchgänge.

Wir bieten Dir:

  • kostenlosen Versand
  • 14 Tage Rückgaberecht
  • persönliche Beratung durch aktive Taucher
  • Unterstützung per 📱 WhatsApp, ☎️ Telefon und 📧 E-Mail
  • Service und Revision für viele Marken direkt bei uns im Haus

Für die richtige Handhabung empfehlen wir zusätzlich eine passende Ausbildung und Weiterbildung. Denn der beste Oktopus hilft nur dann, wenn Du ihn sicher findest und richtig einsetzen kannst. Schreib uns einfach – wir prüfen Deine Konfiguration gemeinsam mit Dir! 🔥

Zuletzt angesehen