Absolut! Nachttauchen eröffnet Dir eine völlig neue Perspektive auf bekannte Tauchplätze. Sobald die Sonne untergeht, verändert sich die Unterwasserwelt. Viele Tiere werden erst jetzt aktiv. Farben wirken im Lichtkegel Deiner Lampe intensiver. Und jeder Tauchgang fühlt sich ein wenig wie eine Expedition an.
Damit Dein erster Nachtgang entspannt und sicher wird, kommt es auf drei Dinge an: gute Vorbereitung, passende Ausrüstung und klare Kommunikation mit Deinem Buddy. Wir zeigen Dir, worauf Du achten solltest.
Warum sich Nachttauchen lohnt
Beim Tauchen am Tag siehst Du vor allem die Tiere, die bei Helligkeit aktiv sind. Nachts verschiebt sich das Bild:
- Krebse und Garnelen verlassen ihre Verstecke.
- Oktopusse gehen auf Nahrungssuche.
- Muränen zeigen sich häufiger.
- Viele nachtaktive Fische kommen näher an das Riff.
- Korallen und andere Wirbellose öffnen ihre Fangarme.
- Je nach Region kannst Du sogar Biolumineszenz beobachten.
Auch bekannte Tauchplätze wirken plötzlich komplett anders. Du siehst immer nur den kleinen Bereich, den Deine Lampe ausleuchtet. Dadurch konzentrierst Du Dich stärker auf Details. Ein kleiner Krebs, eine Schnecke oder ein leuchtendes Auge kann zum großen Erlebnis werden.
Nachttauchen verändert außerdem Deine Wahrnehmung. Du orientierst Dich bewusster. Du achtest stärker auf Deinen Buddy. Und Du lernst, Deine Lampe nicht nur zur Beleuchtung, sondern auch zur Kommunikation einzusetzen.
Welche Voraussetzungen brauchst Du fürs Nachttauchen?
Für die ersten Nachtgänge solltest Du mindestens ein Open-Water-Brevet oder ein vergleichbares Brevet besitzen. Außerdem solltest Du Dich unter Wasser bereits sicher fühlen.
Eine feste Anzahl an Tauchgängen gibt es nicht überall. Viele Tauchbasen erwarten jedoch etwa 10 bis 15 geloggte Tauchgänge. Als besonders solide Grundlage gelten 20 bis 30 Tauchgänge bei Tageslicht.
Wichtiger als eine bestimmte Zahl ist Deine praktische Erfahrung. Du solltest:
- Deine Tarierung sicher beherrschen.
- Maske und Atemregler auch in Stresssituationen kontrollieren können.
- Auf- und Abstiege ruhig durchführen.
- Deinen Tauchcomputer sicher bedienen.
- Mit Deinem Buddy zuverlässig kommunizieren.
- Einfache Notfallprozeduren beherrschen.
Wenn Du Dich bei diesen Punkten noch unsicher fühlst, ist ein weiterer Tagestauchgang die bessere Vorbereitung. Nachttauchen sollte eine Erweiterung Deiner Fähigkeiten sein – kein Test Deiner Belastungsgrenze.
Ausbildung: Warum ein Night-Diver-Kurs sinnvoll ist
Ein Spezialkurs Nachttauchen oder „Night Diver“ ist für den Einstieg sehr empfehlenswert. Du lernst dort nicht nur die Besonderheiten der Unterwasserwelt kennen. Vor allem übst Du die Abläufe, die nachts entscheidend sind.
Typische Inhalte sind:
- Planung und Auswahl geeigneter Tauchplätze
- Ein- und Ausstieg bei Dunkelheit
- Umgang mit Haupt- und Backup-Lampen
- Lampensignale und Buddy-Kommunikation
- Orientierung mit Kompass und natürlichen Bezugspunkten
- Verhalten bei Lampenausfall
- Einsatz von Signalboje, Spool und Markierungslichtern
- Besonderheiten bei Strömung und eingeschränkter Sicht
Der VDST-Aufbaukurs Nachttauchen gibt Dir einen guten Überblick über die Ausbildung im deutschen Verbandssystem.
Für Deinen ersten Nachtgang empfehlen wir einen bekannten, ruhigen Tauchplatz, den Du vorher bereits bei Tageslicht betaucht hast. Noch besser ist ein erfahrener Guide, der die Einstiegsstelle und die örtlichen Bedingungen kennt.
Die richtige Ausrüstung fürs Nachttauchen
Deine normale Tauchausrüstung bleibt natürlich die Grundlage. Zusätzlich brauchst Du zuverlässige Beleuchtung und geeignete Signalmittel.
1. Hauptlampe
Die Hauptlampe sollte einen klaren, gut sichtbaren Lichtkegel haben. Ein engerer Spot hilft Dir bei der Orientierung und ist für Lampensignale besser geeignet als ein sehr breiter Floodlight-Strahl.
Wichtige Kriterien sind:
- Robuste, wasserdichte Konstruktion
- Bedienung mit dicken Handschuhen
- Ausreichende Brenndauer
- Sicherer Griff oder Goodman Handle
- Gut sichtbarer Lade- oder Batteriestatus
- Einfacher, zuverlässiger Schalter
Die Scuba Force Powerlight I bietet laut Produktangaben bis zu 1.200 Lumen, einen 8-Grad-Spot und eine Brenndauer von etwa 90 bis 120 Minuten bei voller Leistung. Sie kann als Hauptlampe oder als leistungsstarke Backup-Lampe eingesetzt werden.

Plane die Brenndauer nicht knapp. Als praktische Reserve sollte die Lampe deutlich länger laufen als Dein geplanter Tauchgang. Lade Akkus vollständig auf und prüfe die Lampe direkt vor dem Einstieg.
2. Backup-Lampe
Jeder Taucher sollte eine eigene Backup-Lampe mitführen. Nicht nur der Guide. Nicht nur ein Buddy im Team.
Die Backup-Lampe muss nicht genauso stark sein wie Deine Hauptlampe. Sie sollte aber:
- Sofort erreichbar sein.
- Sicher befestigt werden können.
- Mit Handschuhen bedienbar sein.
- Vor dem Tauchgang getestet werden.
- Eine ausreichende Reservebrenndauer haben.
Befestige sie so, dass sie Dich nicht behindert, aber im Notfall schnell erreichbar ist. Eine Lampe, die ganz unten im Trockentauchanzug steckt, hilft Dir wenig, wenn Deine Hauptlampe ausfällt.
3. Breite Lampe für Foto und Beobachtung
Für Unterwasserfotos und Videos kann ein breiter Lichtkegel sinnvoll sein. Die OrcaTorch D710V MK2 arbeitet mit bis zu 2.000 Lumen und einem 120-Grad-Abstrahlwinkel. Zusätzlich bietet sie Weißlicht, Rotlicht und UV-Licht.
Das Rotlicht kann hilfreich sein, wenn Du scheue Tiere beobachten möchtest. UV-Licht eignet sich für spezielle Fluoreszenz-Tauchgänge. Für die klassische Orientierung beim Nachttauchen bleibt eine fokussierte Hauptlampe jedoch meist die bessere Wahl.

4. Chemlights und Markierungslichter
Kleine Chemlights oder Markierungslichter können die Sichtbarkeit in der Gruppe verbessern. Sie lassen sich beispielsweise am Flaschenventil, an der Boje oder an der Einstiegsleine befestigen.
Wichtig:
- Nur sicher befestigte und für das Tauchen geeignete Produkte verwenden.
- Nicht lose ins Wasser geben.
- Im Briefing klären, welche Farben und Positionen genutzt werden.
- Lokale Umweltvorgaben beachten.
Alternativ kommen wiederverwendbare LED-Marker infrage. Entscheidend ist, dass Du Deinen Buddy und Deine Gruppe auch bei eingeschränkter Sicht schnell wiederfindest.
5. Signalboje und Spool
Eine Signalboje, auch Surface Marker Buoy oder SMB genannt, markiert Deine Position an der Oberfläche. Sie ist besonders bei Bootstauchgängen, Strömung oder einem vom Ufer entfernten Aufstieg wichtig.
Für das Nachttauchen sollte die Boje möglichst gut sichtbar sein. Ein aufgesetztes oder integriertes Markierungslicht kann die Sichtbarkeit zusätzlich erhöhen.
Der Umgang mit Boje und Spool sollte vorher geübt werden. Das gilt besonders für:
- Kontrolliertes Aufblasen aus der Tiefe
- Vermeidung von Leinenverwicklungen
- Aufstieg mit gespannter Leine
- Kommunikation mit der Oberfläche
Wenn Du eine Boje bisher nur selten eingesetzt hast, übe zuerst bei Tageslicht und unter Anleitung.
Tauchcomputer: Auch nachts gut ablesbar
Ein Tauchcomputer ersetzt keine Tauchgangsplanung. Er hilft Dir aber, Tiefe, Aufstiegsgeschwindigkeit und Nullzeit zuverlässig zu überwachen.
Achte beim Nachttauchen auf:
- Gut ablesbare Anzeige
- Große Ziffern und klare Kontraste
- Einfache Bedienung
- Ausreichende Batteriereserve
- Vertraute Warn- und Alarmsignale
Der Mares Puck Lite Computer ist ein kompakter Tauchcomputer für Einsteiger und Freizeittaucher. Er bietet eine einfache Ein-Knopf-Bedienung, Nitrox-Unterstützung von 21 bis 50 Prozent Sauerstoff und ein klar strukturiertes Display.

Schalte die Displaybeleuchtung nicht dauerhaft auf maximale Helligkeit, wenn das nicht nötig ist. Zu helles Licht kann Deine Nachtsicht beeinträchtigen und Deinen Buddy blenden.
Buddy-Kommunikation im Dunkeln
Unter Wasser kommunizierst Du nachts hauptsächlich mit Deiner Lampe. Deshalb solltest Du die wichtigsten Signale bereits beim Briefing festlegen.
Bewährt haben sich:
- Ein langsamer Kreis mit dem Lichtkegel für „OK“.
- Kurzes, kontrolliertes Schwenken zur Aufmerksamkeit.
- Lichtkegel nach oben oder unten für die entsprechende Richtungsanzeige.
- Mehrfaches hektisches Bewegen als Notsignal.
Leuchte Deinem Buddy niemals direkt ins Gesicht. Richte den Lichtkegel stattdessen auf den Brustbereich oder knapp vor die Maske. So bleibt die Kommunikation sichtbar, ohne ihn zu blenden.
Halte den Abstand so, dass Du den Lichtkegel Deines Buddys jederzeit sehen kannst. Verlierst Du ihn aus dem Blick, bleib stehen und suche kontrolliert. Nicht einfach weiterschwimmen.
Planung und Sicherheit beim Nachttauchen
Plane Deinen ersten Nachtgang konservativ:
- Wähle einen bekannten Tauchplatz.
- Prüfe Wetter, Wellengang und Strömung.
- Lege Ein- und Ausstieg eindeutig fest.
- Begrenze Tiefe und Tauchzeit.
- Besprich Notausstiege und Abbruchkriterien.
- Prüfe Lampen, Computer, Boje und Spool.
- Informiere eine Person an Land über den Tauchplan.
Für Anfänger sind ruhige Bedingungen und keine oder nur sehr geringe Strömung ideal. Unberechenbare Strömung, starker Seegang oder schwierige Felseinstiege gehören nicht in Deinen ersten Nachtgang.
Besonders wichtig ist der Ausstieg. Eine Stelle, die am Tag einfach wirkt, kann nachts durch Wellen, Schatten und eingeschränkte Sicht deutlich anspruchsvoller sein. Nutze eine gut beleuchtete Einstiegsstelle und nimm Dir Zeit.
Tipps für Deinen ersten Nachtgang
- Tauche zunächst mit einem erfahrenen Buddy oder Guide.
- Starte an einem vertrauten Tauchplatz.
- Halte Deine erste Tauchzeit eher kurz.
- Bleibe näher am Grund und an klaren Orientierungspunkten.
- Leuchte nicht dauerhaft in jede Richtung.
- Nutze Deine Lampe bewusst und sparsam.
- Kontrolliere regelmäßig den Akkustand.
- Brich den Tauchgang bei Stress oder Unsicherheit umgehend ab.
Ein ruhiger Start ist kein Zeichen von Vorsicht im negativen Sinn. Gutes Nachttauchen bedeutet, Reserven zu lassen und jederzeit handlungsfähig zu bleiben.
Nachttauchen-Ausrüstung mit kostenlosem Versand
Bei Tauchwerkstatt findest Du Ausrüstung für Sporttaucher und technische Taucher – von kompakten Lampen bis zu leistungsstarken Systemen. Wir sind selbst aktive Taucher und beraten Dich praxisnah, auch am Wochenende.
Der Versand ist kostenlos, Rückgaben sind innerhalb von 14 Tagen möglich. Wenn Du nicht sicher bist, welche Lampe, Boje oder welcher Tauchcomputer zu Deinem Einsatz passt, erreichst Du uns per:
- 📱 WhatsApp oder Telefon: +49 34716238518
- 📧 E-Mail: info@tauchwerkstatt.eu
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Schreib uns einfach, bevor Du Deine Ausrüstung für den ersten Nachtgang zusammenstellst – wir helfen Dir natürlich umgehend weiter!
























