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Mares hat mit dem Sirius einen Tauchcomputer auf den Markt gebracht, der sich direkt in die gehobene Mittelklasse einreiht. Farbdisplay, Luftintegration, Trimix-Unterstützung – auf dem Papier klingt das nach ernsthafter Konkurrenz für die etablierten Player wie Shearwater Peregrine oder Garmin Descent. Aber kann der Sirius wirklich mithalten? Wir haben uns den Computer genauer angeschaut.

Das Display: Scharf, bunt – aber mit Einschränkungen

Der Mares Sirius setzt auf ein hochauflösendes MIP-Farbdisplay (Memory-in-Pixel-Technologie), das vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung brilliert. Die Darstellung ist scharf, die Farben kräftig, und die Menüführung wirkt modern und aufgeräumt. Im Vergleich zu monochromen Displays ist das definitiv ein Upgrade.

Mares Sirius Tauchcomputer mit leuchtenden MIP-Farbdisplay beim Tauchgang unter Wasser

Aber: MIP-Displays haben eine Achillesferse. Bei schlechten Lichtverhältnissen – etwa in trübem Wasser oder bei Nachttauchgängen – wird's schnell kritisch. Hier kommt die Hintergrundbeleuchtung ins Spiel, und genau da schwächelt der Sirius. Mehrere Taucher haben berichtet, dass das Backlight unter Wasser ausfällt oder nicht zuverlässig funktioniert. In solchen Momenten wird das eigentlich so schöne Display zum Problem.

Zum Vergleich: Der Shearwater Peregrine nutzt ein transflektives LCD-Display mit extrem starker Hintergrundbeleuchtung, das auch in Nullsicht problemlos ablesbar bleibt. Wer häufig in Seen oder nachts taucht, sollte das im Hinterkopf behalten.

Technische Features: Solide, aber nicht State-of-the-Art

Unter der Haube arbeitet der Sirius mit dem ZH-L16C-Algorithmus inklusive Gradient Factors – das ist der gleiche bewährte Bühlmann-Algorithmus, den auch Shearwater und andere Premium-Hersteller einsetzen. Du kannst die Konservativität also selbst steuern, was gerade für fortgeschrittene Taucher ein Muss ist.

Gasmanagement geht bis zu 5 Nitrox- und Trimix-Gemische, womit der Sirius auch für technische Tauchgänge theoretisch geeignet ist. Die Luftintegration funktioniert zuverlässig über Sender, und das kabellose Laden per Induktion ist praktisch – einfach auf die Ladestation legen, fertig. Die Akkulaufzeit von 30 Stunden pro Ladung ist dabei absolut konkurrenzfähig.

Vergleich Mares Sirius und Shearwater Peregrine Tauchcomputer Display-Technologie

Allerdings gibt's hier ein Problem in der Praxis: Die Gasspeicherung ist nicht immer zuverlässig. Mehrere User berichten, dass der Computer nicht automatisch das zuletzt verwendete Gasgemisch übernimmt – du musst also vor jedem Tauchgang nochmal checken, ob die Werte stimmen. Bei Tech-Tauchgängen mit mehreren Gasgemischen kann das nerven.

Der direkte Vergleich: Sirius vs. Peregrine

Kommen wir zur Gretchenfrage: Wie schlägt sich der Mares Sirius im direkten Vergleich mit dem Shearwater Peregrine, dem aktuellen Liebling der Community?

Display & Ablesbarkeit: Hier gewinnt der Peregrine. Ja, der Sirius hat das buntere Display – aber was nützt das, wenn du's bei schlechter Sicht nicht ablesen kannst? Das Shearwater-Display ist in jeder Situation problemlos erkennbar, das MIP-Panel des Sirius braucht Licht.

Algorithmus & Deko: Beide nutzen ZH-L16C mit Gradient Factors, also Gleichstand. Allerdings gibt's Berichte, dass der Sirius bei vergleichbaren Einstellungen tendenziell konservativer rechnet als andere Computer. In einem direkten Test mit einem Garmin Descent MK2i verlangte der Sirius früher und länger Dekostopps. Ob das ein Bug oder Feature ist, hängt von deiner Philosophie ab.

Taucher prüft Tauchcomputer während Dekompressionsstopp beim technischen Tauchen

Bedienung: Der Sirius punktet mit intuitiven Menüs und schneller Navigation. Kein Tasten-Kuddelmuddel, alles läuft flüssig. Shearwater ist hier ebenfalls top, aber auch etwas textlastiger in den Menüs.

Preis: Der Sirius liegt bei etwa 660 Euro (UVP), der Peregrine bei rund 500 Euro. Für den Aufpreis bekommst du beim Mares das Farbdisplay und kabelloses Laden – ob dir das 160 Euro wert ist, musst du selbst entscheiden.

Alltagstauglichkeit: Hier spielt der Sirius eine interessante Karte aus. Mit seinem schlanken Design und dem unauffälligen Look kannst du ihn problemlos im Alltag tragen. Er sieht nicht aus wie ein klobiger Tauchcomputer, sondern eher wie eine moderne Sportuhr. Der Peregrine ist dicker und eindeutig als Dive Computer erkennbar.

Für wen eignet sich der Mares Sirius?

Der Sirius ist ein solider Computer für ambitionierte Sporttaucher und Einsteiger ins technische Tauchen, die Wert auf moderne Optik und gute Ausstattung legen. Wenn du hauptsächlich in warmen, klaren Gewässern tauchst – etwa im Roten Meer, in der Karibik oder im Mittelmeer – wirst du mit dem Display sehr glücklich werden.

Perfekt ist der Sirius für dich, wenn:

  • Du ein scharfes Farbdisplay willst, das bei Tageslicht brilliert
  • Dir kabelloses Laden und modernes Design wichtig sind
  • Du einen alltagstauglichen Computer suchst, der nicht nach „Taucher" schreit
  • Du Sporttauchen mit gelegentlichen Deko-Tauchgängen machst
  • Du bereit bist, für Style und Features mehr zu zahlen

Eher nicht geeignet, wenn:

  • Du häufig in trübem Wasser, Seen oder nachts tauchst
  • Du einen Computer brauchst, der in jeder Situation 100% ablesbar ist
  • Du intensiv technisch tauchst und auf absolute Zuverlässigkeit angewiesen bist
  • Du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis suchst

Die Schwachstellen: App & Backlight

Zwei Punkte, die wirklich nerven: Die offizielle Mares-App ist – sagen wir mal höflich – verbesserungswürdig. Sie verliert regelmäßig Geräteinformationen, du musst Daten mehrfach eingeben, und die Synchronisation läuft nicht immer smooth. Gerade wenn du deine Logbücher digital pflegen willst, ist das frustrierend.

Mares Sirius Tauchcomputer als alltagstaugliche Sportuhr am Handgelenk getragen

Und dann ist da die Backlight-Problematik. Es ist einfach nicht akzeptabel, dass ein Computer in dieser Preisklasse Probleme mit der Hintergrundbeleuchtung unter Wasser hat. Mares sollte hier per Firmware-Update nachbessern – aber bisher ist nichts passiert.

Unser Fazit: Gut, aber nicht ganz Oberklasse

Der Mares Sirius ist ein richtig guter Mittelklasse-Computer mit Premium-Ambitionen. Er sieht gut aus, fühlt sich hochwertig an und bietet eine solide technische Basis. Für Warmwasser-Taucher, die Wert auf Design und Farbdisplay legen, ist er eine echte Option.

Aber: Er spielt nicht in der absoluten Oberklasse mit. Der Shearwater Peregrine bietet mehr Zuverlässigkeit fürs Geld, Garmin mehr Funktionsumfang, und beide haben die Display-Probleme nicht. Der Sirius ist besser als ein Suunto D5, aber nicht ganz auf Augenhöhe mit Shearwater oder den Top-Garmins.

Wenn du einen Computer suchst, der dich von den ersten Nitrox-Tauchgängen bis zu anspruchsvolleren Deko-Profilen begleitet und dabei gut aussieht – der Sirius kann das. Aber wenn's um kompromisslose Funktion geht, gibt's bessere Optionen. 🌊

Interessiert am Mares Sirius oder anderen Tauchcomputern? Schreib uns einfach – wir beraten dich gerne persönlich, welcher Computer am besten zu deinem Tauchprofil passt!

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