Atemregler-Set und Tauchausrüstung für den Buddy Check vor dem Tauchgang

Absolut! Ein Buddy Check ist keine Pflichtübung aus dem Tauchkurs. Er ist der wichtigste gemeinsame Moment, bevor ihr abtaucht.

Denn viele Probleme entstehen nicht unter Wasser, sondern bereits an Land: Die Flasche ist nicht vollständig geöffnet. Der Tauchcomputer steht noch auf Nitrox. Der Schnellabwurf des Bleigurts ist nicht erreichbar. Oder der Buddy kennt ein Handzeichen nicht.

Ein sauberer Buddy Check dauert nur wenige Minuten. Er schafft Sicherheit, klare Kommunikation und Vertrauen. Ganz egal, ob Du Anfänger bist, nach längerer Pause wieder tauchst oder seit Jahren technische Tauchgänge machst.

Wichtig: Der Check ist gegenseitig. Du prüfst Dich selbst und Deinen Buddy. Dabei bleibt ihr in Sichtweite, arbeitet die Punkte laut durch und gebt erst danach das gemeinsame OK.

Die 12 Checks vor jedem Tauchgang

1. Tauchplan und Bedingungen klären

Bevor ihr die Ausrüstung anlegt, besprecht ihr kurz den Tauchgang:

  • Wo steigt ihr ein und aus?
  • Welche maximale Tiefe und geplante Tauchzeit habt ihr?
  • Welches Gas wird verwendet?
  • Wo liegt der Umkehrpunkt?
  • Welche Bedingungen können zum Abbruch führen (Strömung, schlechte Sicht, Kälte oder Wellengang)?

Auch die Rollen sollten klar sein. Wer führt? Wer navigiert? Wo trefft ihr euch, wenn ihr euch verliert?

2. Ist die Ausrüstung vollständig?

Geht gemeinsam die komplette Ausrüstung durch. Nicht nur das, was sichtbar vor euch liegt.

Dazu gehören je nach Tauchgang:

  • Flasche und Flaschenbefestigung
  • Atemregler mit beiden zweiten Stufen
  • Finimeter und gegebenenfalls Kompass
  • Tarierjacket oder Wing
  • Blei, Bleigurt oder Bleitaschen
  • Tauchcomputer
  • Maske und Flossen
  • Boje, Reel, Lampe, Messer oder Line Cutter
  • Schnorchel oder weitere persönliche Ausrüstung

Gerade beim ersten Tauchgang im Urlaub fehlt schnell ein kleines, aber wichtiges Teil. Eine Checkliste ist deshalb besser als Vertrauen auf Routine.

3. Verschlüsse, Gurte und Schläuche prüfen

Jetzt folgt der Blick von oben nach unten:

  • Sind Schulter-, Brust- und Bauchgurt geschlossen?
  • Sitzen alle Gurte fest, ohne zu drücken?
  • Ist die Flasche sicher im Flaschenband befestigt?
  • Dreht sich die Flasche nicht, wenn Du vorsichtig daran rüttelst?
  • Sind Schläuche ordentlich geführt?
  • Hängt nichts lose oder kann sich irgendwo verhaken?

Dein Buddy sollte die Verschlüsse einmal mit den Händen kontrollieren. Ein kurzer Blick reicht nicht immer aus.

4. Flasche vollständig öffnen und sichern

Öffne das Flaschenventil vollständig nach der üblichen Vorgehensweise Deiner Tauchbasis oder Deines Verbands. Verlasse Dich nicht auf eine vermeintliche „halbe Umdrehung“.

Ein typischer Fehler beim Buddy Check ist eine nur halb aufgedrehte Flasche. Im ersten Moment funktioniert der Atemregler vielleicht noch. Bei höherem Luftbedarf kann der Gasfluss aber eingeschränkt werden.

Prüfe außerdem:

  • Ist die Flasche stabil befestigt?
  • Sitzt die erste Stufe korrekt am Ventil?
  • Sind die Anschlüsse dicht?
  • Kann Dein Buddy das Ventil im Notfall erreichen oder schließen?

5. Atemregler-Funktion testen

Nun testet ihr den Atemregler an Land. Nicht erst im Wasser!

Prüfe beide zweiten Stufen:

  • Atme mehrmals ruhig aus der Hauptstufe.
  • Atme auch aus der alternativen zweiten Stufe (Oktopus).
  • Ist der Atemwiderstand normal?
  • Kommt die Luft gleichmäßig?
  • Gibt es ungewöhnliche Geräusche oder starke Blasen?
  • Ist der Oktopus für Deinen Buddy gut erreichbar?

Der Test sollte nicht nur aus einem kurzen „Einmal Luft ziehen“ bestehen. Atme bewusst einige Male. So bemerkst Du Probleme am Mundstück, am Atemwiderstand oder an der Luftversorgung umgehend.

In der Atemregler-Kollektion findest Du Atemregler und Sets für unterschiedliche Einsatzbereiche – vom Freizeittauchen bis zum technischen Tauchgang.

Atemregler und Schläuche während der Funktionskontrolle vor dem Tauchgang

6. Finimeter und Flaschendruck kontrollieren

Schau auf Dein Finimeter und nenne den angezeigten Druck laut. Dein Buddy sollte den Wert ebenfalls sehen.

Wichtig sind dabei drei Fragen:

  • Ist der Flaschendruck für den geplanten Tauchgang ausreichend?
  • Zeigt das Finimeter einen plausiblen Wert?
  • Bleibt die Anzeige stabil, während Du aus dem Atemregler atmest?

Der erforderliche Startdruck hängt von Flaschengröße, Gas, Tiefe, Tauchdauer und Deiner Planung ab. Ein pauschaler Wert ersetzt keine individuelle Gasplanung.

Ein vergessener Finimeter-Check gehört zu den häufigsten Fehlern. Deshalb: Druck immer laut nennen und bestätigen.

Passende Instrumente findest Du in unserer Finimeter-Kollektion.

7. Blei und Schnellabwurf prüfen

Zeigt Deinem Buddy, wo sich Dein Blei befindet:

  • Bleigurt oder integrierte Bleitaschen?
  • Wie viel Blei trägst Du?
  • Wo befindet sich der Schnellabwurf?
  • Lässt sich das Blei im Notfall schnell und eindeutig abwerfen?
  • Kann Dein Buddy erkennen, wie das System funktioniert?

Der Schnellabwurf darf nicht durch Gurte, Taschen oder andere Ausrüstung blockiert werden. Dein Buddy muss die Funktion verstanden haben – besonders dann, wenn ihr unterschiedliche Systeme nutzt.

Wenn Du mit integrierten Systemen tauchst, kannst Du Dich in der Kollektion für Bleitaschen umsehen.

8. Tarierung und Inflator testen

Teste Dein Tarierjacket oder Wing vollständig:

  • Funktioniert der Inflator?
  • Lässt sich Luft kontrolliert einlassen?
  • Funktionieren die Ablassventile?
  • Weißt Du, wo sich die Schnellablässe befinden?
  • Sitzt der Inflatorschlauch sicher?

Fülle das Tarierungssystem kurz mit Luft und lasse sie anschließend wieder ab. Achte auf ungewöhnliche Geräusche, verzögerte Reaktionen oder sichtbare Undichtigkeiten.

Die Funktionskontrolle gehört an Land zum Buddy Check. Eine Prüfung erst im Wasser ist ein typischer Fehler. Dort wird ein kleines Problem schnell zu einer unnötig stressigen Situation.

9. Tauchcomputer einschalten und einstellen

Schalte Deinen Tauchcomputer ein, bevor ihr ins Wasser geht. Prüfe:

  • Ist der Akku- oder Batteriestatus ausreichend?
  • Ist der richtige Modus eingestellt?
  • Passt die Gaseinstellung (Luft oder Nitrox)?
  • Ist der Sauerstoffanteil korrekt eingetragen?
  • Sind Höhenmodus und persönliche Einstellungen korrekt?
  • Ist – falls vom Modell vorgesehen – Süß- oder Salzwasser eingestellt?
  • Kennst Du die wichtigsten Anzeigen und Alarme?

Zeige Deinem Buddy, wo Du Tiefe, Zeit, Dekompressionsinformationen und Gasdaten abliest. Bei zwei unterschiedlichen Computern ist es besonders wichtig, die Anzeigen kurz abzugleichen.

In der Kollektion für Tauchcomputer findest Du Modelle für Einsteiger, Sporttaucher und technische Anwendungen.

Tauchcomputer für die Kontrolle von Gas, Tiefe und Tauchzeit

10. Maske und Flossen kontrollieren

Jetzt folgt die ABC-Ausrüstung:

  • Sitzt die Maske dicht und bequem?
  • Ist das Maskenband nicht verdreht?
  • Liegt der Atemregler unter dem Maskenrahmen korrekt?
  • Sind die Flossen griffbereit und richtig eingestellt?
  • Sind die Flossenbänder intakt?
  • Gibt es bei Bedarf eine Ersatzmaske?

Gerade eine undichte oder falsch sitzende Maske kann den Einstieg unnötig stressig machen. Prüfe den Sitz deshalb vor dem Sprung ins Wasser und nicht erst während des ersten Abstiegs.

Eine große Auswahl findest Du in unserer Masken-Kollektion.

Tauchmaske als Teil der persönlichen ABC-Ausrüstung

11. Sechs wichtige Handzeichen abstimmen

Handzeichen funktionieren nur, wenn beide sie kennen. Klärt diese sechs Signale vor dem Abtauchen:

  1. OK – Alles in Ordnung.
  2. Problem – Etwas stimmt nicht; Blickkontakt herstellen und Ursache klären.
  3. Luft knapp – Der Luftvorrat wird kritisch oder die vereinbarte Reserve ist erreicht.
  4. Umkehren – Den geplanten Kurs oder Tauchabschnitt beenden.
  5. Tiefe/Zeit – Tiefe oder verstrichene Tauchzeit abfragen beziehungsweise anzeigen.
  6. Notaufstieg – Der Aufstieg muss sofort und nach dem vereinbarten Notfallverfahren erfolgen.

Nicht jedes Team verwendet alle Zeichen exakt gleich. Entscheidend ist, dass ihr dieselbe Bedeutung vereinbart. Ein Handzeichen, das der Partner nicht kennt, ist unter Wasser keine sichere Kommunikation.

12. Notfallplan und finaler Blick

Zum Schluss wiederholt ihr den Notfallplan:

  • Was tun wir bei Luftmangel?
  • Wo ist die alternative Luftversorgung?
  • Was passiert bei Verlust des Buddys?
  • Wo treffen wir uns an der Oberfläche?
  • Wann brechen wir den Tauchgang ab?
  • Wie setzen wir die Boje?
  • Wer entscheidet im Zweifel über den Abbruch?

Zeigt Euch außerdem gegenseitig die Position von Boje, Reel, Lampe, Messer und weiteren wichtigen Ausrüstungsteilen. Gerade eine Boje sollte nicht irgendwo verstaut sein, sondern schnell erreichbar und ihre Handhabung bekannt sein. Geeignete Modelle findest Du in unserer Bojen-Kollektion.

Signalboje für die Oberflächenmarkierung und den Notfallplan

Die einfache Eselsbrücke für Deinen Buddy Check

Wenn Du den Ablauf schnell merken möchtest, nutze diese 12er-Kette:

Plan – Pack – Verschluss – Flasche – Regler – Druck – Blei – Tarierung – Computer – ABC – Zeichen – Notfall.

Oder noch einfacher:

Von Kopf bis Fuß, von Flasche bis Plan.

Arbeite den Ablauf immer in derselben Reihenfolge ab. So überspringst Du auch nach langer Pause keinen Punkt.

Warum Routine kein Ersatz für eine Checkliste ist

Fehler passieren besonders häufig:

  • nach einer langen Tauchpause,
  • beim ersten Tauchgang im Urlaub,
  • bei geliehener oder ungewohnter Ausrüstung,
  • unter Zeitdruck,
  • wenn sich die Zusammensetzung des Teams ändert.

Auch erfahrene Taucher profitieren vom Buddy Check. Routine hilft zwar bei der Vorbereitung. Sie kann aber dazu führen, dass einzelne Punkte nur gedanklich abgehakt werden.

Nimm Dir deshalb die wenigen Minuten. Prüfe Dich selbst. Prüfe Deinen Buddy. Sprecht laut und bleibt in Sichtweite. Wenn etwas nicht passt, wird nicht abgetaucht – erst wird das Problem gelöst.

Ausrüstung, Beratung und Service bei Tauchwerkstatt

Wir sind selbst aktive Taucher und beraten Dich praxisnah bei der Auswahl Deiner Ausrüstung – auch am Wochenende.

Du erreichst uns über:

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Wir helfen Dir bei Fragen zu Atemreglern, Tauchcomputern, Finimetern, Tarierungssystemen und kompletter Tauchausrüstung. Außerdem bieten wir für viele Marken Wartung, Revision und Service an.

Bei Tauchwerkstatt profitierst Du von kostenlosem Versand und 14 Tage Rückgaberecht. Schreib uns einfach, wenn Du unsicher bist oder Deinen nächsten Buddy Check mit passender Ausrüstung vorbereiten möchtest!

Häufige Fragen zum Buddy Check

Wie lange dauert ein Buddy Check?

Ein sorgfältiger Buddy Check dauert meist nur wenige Minuten. Nimm Dir trotzdem ausreichend Zeit und überspringe keinen Punkt.

Muss ich den Buddy Check auch als erfahrener Taucher machen?

Ja, natürlich. Erfahrung ersetzt keine Kontrolle. Gerade nach einer Pause, bei neuer Ausrüstung oder im Urlaub ist der Buddy Check besonders wichtig.

Muss der Buddy Check gegenseitig durchgeführt werden?

Ja. Du kontrollierst Deine eigene Ausrüstung und die Deines Buddys. Beide sollten die wichtigen Funktionen, Ausrüstungsteile und Notfallabläufe kennen.

Was ist der häufigste Fehler beim Buddy Check?

Häufig werden die Flasche und der Finimeter-Flaschendruck nicht sorgfältig geprüft. Auch eine Funktionskontrolle des Atemreglers erst im Wasser oder unbekannte Handzeichen kommen regelmäßig vor.

Was soll ich tun, wenn beim Buddy Check etwas nicht stimmt?

Nicht abtauchen. Behebe das Problem an Land oder lass die Ausrüstung von einer qualifizierten Fachperson prüfen. Bei Fragen helfen wir Dir natürlich umgehend per WhatsApp, Telefon oder E-Mail.

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