Technisches Backmount-Tauchsystem mit Backplate, Harness und Wing

Ja, klar! Wenn Du von einem klassischen Tarierjacket auf ein Backplate-/Harness-System umsteigen möchtest, lohnt sich ein genauer Blick auf den Aufbau. Ein Backmount-System ist nicht einfach nur ein anderes Jacket. Es ist ein modularer Ausrüstungsaufbau, den Du gezielt an Deine Flaschen, Deinen Tauchanzug und Deinen Einsatzzweck anpasst.

Wir sind selbst aktive Taucher und wissen: Ein gutes Tec-Harness wirkt zunächst schlicht. Unter Wasser überzeugt es durch Stabilität, klare Schlauchführung und eine saubere Wasserlage.

In diesem Ratgeber erfährst Du, wie ein Backplate-System aufgebaut ist und welche Konfiguration zu Dir passen kann.

Was ist eine Backplate und warum wird sie beim Tec-Diving genutzt?

Die Backplate ist eine stabile Rückenplatte. Sie verbindet Dein Harness mit dem Wing und der Flasche beziehungsweise dem Doppelgerät. Beim klassischen Tarierjacket sind viele Funktionen bereits in einer gepolsterten Einheit integriert. Das Backplate-System trennt diese Komponenten bewusst voneinander.

Der Vorteil: Du kannst jedes Element passend zu Deinem Tauchprofil auswählen.

Ein typisches Backmount-System besteht aus:

  • Backplate
  • Harness beziehungsweise Gurtzeug
  • Wing oder Blase
  • Flaschenbefestigung
  • Inflator
  • D-Ringen und Boltsnaps
  • optionalem Bleisystem

Gerade im technischen Tauchen ist diese klare Trennung praktisch. Das System bleibt stabil, lässt sich warten und kann bei Bedarf umgebaut werden.

Entdecke unsere Auswahl an Backplates und passenden Komponenten.

Drei Backplate-Materialien im direkten Vergleich: Edelstahl, Aluminium und Carbon

Backplate-Materialien im Vergleich

Die Materialwahl beeinflusst nicht nur das Gewicht an Land. Sie verändert auch Deine Wasserlage und den benötigten Bleibedarf.

Backplate aus Edelstahl

Eine Backplate aus Edelstahl wiegt je nach Bauform und Stärke häufig etwa 2 bis 3 kg.

Das bringt Dir:

  • zusätzlichen Abtrieb am Rücken
  • weniger separates Blei
  • häufig eine ruhigere Wasserlage im Kaltwasser
  • gute Robustheit bei anspruchsvollen Einsätzen

Edelstahl ist besonders interessant, wenn Du mit einem Trockentauchanzug, dicker Unterbekleidung oder einem Doppelgerät tauchst. Der zusätzliche Abtrieb liegt dort, wo er für eine horizontale Trimmung oft sinnvoll ist: zentral am Rücken.

Der Nachteil: Für Flugreisen ist eine Edelstahlplatte schwerer. Außerdem brauchst Du im warmen Wasser eventuell weniger Gewicht, als die Platte bereits mitbringt.

Backplate aus Aluminium

Eine Backplate aus Aluminium ist deutlich leichter. Typische Modelle liegen ungefähr bei 1 bis 1,5 kg, abhängig von Größe und Ausführung.

Aluminium passt gut zu:

  • Warmwasser-Tauchgängen
  • Reisen mit begrenztem Gepäckgewicht
  • dünnen Neoprenanzügen
  • Monoflaschen-Konfigurationen

Da Aluminium weniger Abtrieb liefert, benötigst Du je nach Ausrüstung zusätzliches Blei. Das ist kein Nachteil, solange Du die Gewichte sinnvoll positionierst.

Carbon-Backplate

Carbon oder Carbon-Verbundmaterial ist besonders leicht. Es eignet sich für Taucher, die das Systemgewicht reduzieren möchten.

Vorteile:

  • sehr geringes Eigengewicht
  • interessant für Reisen
  • korrosionsfrei
  • modernes, schlankes Design

Wichtig: Bei Carbon solltest Du immer auf die Freigabe des Herstellers für Deine geplante Flaschen- und Wing-Konfiguration achten. Nicht jede leichte Platte ist automatisch für jedes Doppelgerät geeignet.

Kurz gesagt:

  • Edelstahl: Kaltwasser, Trocki, mehr Rückenabtrieb
  • Aluminium: Reisen, Warmwasser, geringes Systemgewicht
  • Carbon: maximale Leichtigkeit, sofern die Konfiguration dafür geeignet ist

Einteiliges Harness oder Deluxe-Harness?

Das Harness hält die Backplate am Körper. Beim klassischen DIR- oder Hogarthian-Aufbau besteht es meist aus einem durchgehenden Gurtband.

Einteiliges Harness

Ein einteiliges Harness ist minimalistisch und robust. Es gibt weniger Einzelteile, die ausfallen oder sich verstellen können.

Typische Vorteile:

  • sehr stabil
  • leicht
  • wenige Fehlerquellen
  • klare Position der D-Ringe
  • ideal für standardisierte Konfigurationen

Der Nachteil: Das An- und Ausziehen kann anfangs etwas mehr Übung erfordern.

Deluxe-Harness mit Schnellverstellung

Ein Deluxe-Harness bietet meist gepolsterte Schultergurte, Schnellverschlüsse oder zusätzliche Verstellmöglichkeiten. Das kann beim häufigen An- und Ausziehen komfortabler sein.

Es eignet sich gut, wenn Du:

  • häufig zwischen verschiedenen Anzügen wechselst
  • Dein System unkompliziert anpassen möchtest
  • mehr Komfort an Land bevorzugst

Für ein technisch klares Setup gilt trotzdem: Je mehr Versteller und Schnallen vorhanden sind, desto wichtiger ist eine saubere Kontrolle der Schlauch- und Gurtführung.

Die einzelnen Komponenten Deines Tec-Harness

Damit Dein System funktioniert, müssen alle Teile zusammenpassen.

1. Backplate

Sie bildet die tragende Basis. Achte auf passende Bohrungen, Flaschenbefestigung und die richtige Größe.

2. Harness-Gurtband

Das Gurtband verbindet die Platte mit Deinem Körper. Es sollte straff sitzen, darf aber Deine Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

3. D-Ringe

D-Ringe dienen zur Befestigung von Stage-Flaschen, Lampen, Spulen oder anderem Zubehör. Weniger ist oft mehr. Jeder D-Ring sollte einen konkreten Zweck haben.

4. Wing oder Blase

Das Wing liefert den Auftrieb. Die Auswahl richtet sich nach Flaschenkonfiguration und Anzug.

In unserer Wing-Kollektion findest Du verschiedene Systeme für Single-Flaschen und technische Konfigurationen.

5. Inflator

Der Inflator verbindet das Wing mit der Niederdruckleitung. Die Position sollte leicht erreichbar sein, ohne dass sich der Schlauch vor dem Körper verfängt.

6. Bleisystem

Je nach Backplate, Anzug und Flaschen brauchst Du P-Weight, V-Weight, Backplate-Gewicht oder Trimmbleitaschen.

Monowing oder Doppelgerät-Wing?

Für eine einzelne Flasche ist ein Monowing meist die passende Wahl. Es ist schmaler gebaut und liegt enger an der Flasche. Dadurch bleibt das System kompakt.

Für ein Doppelgerät brauchst Du ein Doppelgerät-Wing. Dieses bietet mehr Auftrieb und ist auf die Form eines Twinsets abgestimmt.

Ein zu großes Wing an einer Monoflasche kann unnötig breit wirken und das Handling verschlechtern. Ein zu kleines Wing am Doppelgerät bietet dagegen möglicherweise nicht genügend Auftrieb für die komplette Ausrüstung.

Die Auftriebsgröße sollte immer zu Deinem gesamten Systemgewicht passen – nicht nur zur Flaschengröße.

Ist eine Backplate mit Single-Flasche sinnvoll?

Ja, absolut! Eine Backplate mit Single-Flasche kann sehr sinnvoll sein, wenn Du:

  • ein stabiles, minimalistisches System möchtest
  • eine bessere Rückenunterstützung suchst
  • Dein Setup später auf Doppelgerät erweitern möchtest
  • eine klare Schlauchführung bevorzugst

Für die Befestigung brauchst Du je nach Backplate entweder integrierte Single-Tank-Schlitze oder einen Monoadapter. Bei der Tauchwerkstatt findest Du passende Lösungen in der Backplate-Kollektion.

Für häufige Reisen ist eine leichte Aluminium- oder Carbonplatte oft angenehmer. Im Kaltwasser kann Edelstahl dagegen helfen, zusätzlichen Bleibedarf zu reduzieren.

Backmount-Konfiguration mit Monowing für eine Single-Flasche und Doppelgerät-Wing für ein Twinset

Gewichtstrimmung und Wasserlage

Die Position des Bleis beeinflusst Deine Wasserlage deutlich.

Blei am Bauch oder in tiefen Jacket-Taschen kann dazu führen, dass Deine Beine absinken. Eine Backplate bringt Gewicht zentral an Deinen Rücken. Das unterstützt oft eine horizontale Position.

Weitere Möglichkeiten:

  • P-Weight: Blei in der Rückenfalz eines Doppelgeräts
  • V-Weight: Blei zwischen den Flaschen
  • Trimmbleitaschen: kleine Gewichte weiter oben oder unten am System
  • Backplate-Gewicht: zusätzlicher Abtrieb direkt am Rücken

Beginne immer mit möglichst wenig Zusatzblei. Prüfe Deine Trimmung mit fast leerer Flasche und dem Anzug, den Du tatsächlich beim Tauchgang verwendest.

Standard-, Short- oder Long-Backplate?

Die Größe muss zu Deinem Körper und Deiner Flaschenkonfiguration passen.

  • Standard-Backplate: vielseitige Lösung für viele Körpergrößen
  • Short-Backplate: interessant bei kürzerem Oberkörper oder kompakteren Setups
  • Long-Backplate: kann bei größerem Körper und langen Flaschen sinnvoll sein

Die Platte sollte nicht unangenehm in den unteren Rücken drücken. Gleichzeitig darf sie nicht so kurz sein, dass das Harness instabil sitzt.

Backplate-System oder klassisches Tarierjacket?

Für technische Taucher bietet ein Backplate-System klare Vorteile:

  • modularer Aufbau
  • präzise Gewichtstrimmung
  • weniger Auftriebsmaterial an den Seiten
  • gute Erweiterbarkeit für Stage-Flaschen
  • klare und reproduzierbare Konfiguration
  • einfacher Austausch einzelner Komponenten

Ein klassisches Tarierjacket kann dagegen komfortabler sein, wenn Du viele integrierte Taschen, Schnellverstellungen oder eine einfache Komplettlösung bevorzugst.

Die Entscheidung hängt nicht vom Image ab. Sie hängt davon ab, ob Du ein standardisiertes, erweiterbares System möchtest oder eine komfortorientierte Komplettlösung.

Typische Fehler beim ersten Aufbau

Diese Fehler sehen wir besonders häufig:

  • zu viele D-Ringe ohne klaren Zweck
  • falsche Wing-Größe
  • zu lockeres oder ungleichmäßiges Harness
  • D-Ringe an der falschen Position
  • zu viel Blei an der falschen Stelle
  • ungeplante Schlauchlängen
  • fehlende Sicherung von Schrauben und Flaschenbändern
  • Wechsel zwischen verschiedenen Setups ohne erneute Trimmkontrolle

Baue Dein System zunächst trocken auf. Fotografiere die Positionen. Teste danach alles im flachen Wasser und ändere immer nur eine Komponente auf einmal.

Grundregeln für ein sauberes Setup

Ein gutes Backmount-Setup ist nicht maximal voll ausgestattet. Es ist klar, erreichbar und streamlinet.

Achte auf:

  • D-Ringe nur dort, wo Du sie wirklich brauchst
  • kurze, kontrollierte Schlauchwege
  • keine frei hängenden Regler- oder Inflatorschläuche
  • sichere Befestigung von Lampe, Spool und Backup-Ausrüstung
  • symmetrische und reproduzierbare Positionen
  • ausreichend Bewegungsfreiheit an Schultern und Hüften

Für die Atemgasversorgung und passende Regler-Konfigurationen kannst Du unsere Atemregler-Kollektion ansehen.

Wartung und Pflege

Spüle Backplate, Wing und Harness nach jedem Salzwassertauchgang gründlich mit Süßwasser. Bewege dabei die Inflator-Tasten und prüfe die Ablassventile.

Kontrolliere regelmäßig:

  • Gurtband auf Abrieb
  • Nähte und Schnallen
  • Wing auf Undichtigkeiten
  • Inflator auf Funktion
  • Schrauben und Flaschenbefestigung
  • D-Ringe und Boltsnaps auf Korrosion

Lass Wartung und Reparaturen natürlich umgehend durchführen, wenn Du eine Undichtigkeit oder beschädigte Komponenten feststellst.

Welche Konfiguration passt zu welchem Einsatz?

Kaltwasser und Trockentauchanzug:
Edelstahl-Backplate, solides Harness, passendes Doppelgerät-Wing und gut positioniertes Rücken- oder Trimmblei.

Höhle und Wrack:
Robustes, möglichst schlankes System mit wenig hervorstehenden Komponenten und klarer Schlauchführung.

Reisen und Warmwasser:
Aluminium- oder Carbon-Backplate, leichtes Monowing und eine kompakte Single-Flaschen-Konfiguration.

Sidemount als Alternative:
Wenn enge Passagen, flexible Flaschenpositionen oder maximale Redundanz im Vordergrund stehen, kann Sidemount-Ausrüstung innerhalb der verfügbaren Wing- und Regler-Systeme eine interessante Alternative sein.

Du bist unsicher, welche Backplate, welches Wing oder welches Harness zu Deinem Setup passt? Wir beraten Dich persönlich – auch am Wochenende per 📱 WhatsApp, 📧 E-Mail oder ☎️ Telefon.

Schreib uns einfach! Wir sind selbst aktive Taucher und helfen Dir, Dein Backmount-System passend zu Deinem Einsatzbereich aufzubauen. Kostenloser Versand und 14 Tage Rückgaberecht machen Deine Bestellung bei uns zusätzlich ganz unkompliziert. 🤿

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