Absolut! Du willst in die faszinierende Welt der Unterwasser-Fotografie eintauchen und fragst dich, wie du endlich gestochen scharfe und farbenfrohe Bilder statt blauer, verwackelter Schnappschüsse hinbekommst? Ja, klar! Der Einstieg kann anfangs etwas überwältigend wirken – von Blende über Verschlusszeit bis hin zum richtigen Weißabgleich. Doch keine Sorge: Mit den richtigen Grundlagen und ein paar praktischen Handgriffen hast du den Dreh ganz schnell raus. 📸
Wir von der Tauchwerkstatt sind selbst aktive Taucher und wissen genau, vor welchen Herausforderungen Anfänger unter Wasser stehen. Deine Tarierung sitzt noch nicht perfekt, die Strömung zieht an dir und plötzlich schwimmt der perfekte Fisch vorbei. In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Kamera ruhig hältst, welche Kameraeinstellungen wirklich zählen und wie du deine Urlaubserinnerungen auf ein neues Level hebst!
1. Die Basis: Perfekte Wasserlage & stabile Kamerahaltung
Bevor wir über Blenden und ISO-Werte sprechen, müssen wir über das Fundament reden: deinen Körper im Wasser. Unter Wasser gilt die goldene Regel: Ohne gute Tarierung keine gute Fotografie.
Wenn du wie ein Stein sinkst oder wie ein Luftballon nach oben treibst, wirst du niemals ein ruhiges Bild hinbekommen. Übe deshalb zuerst das neutrale Schweben, bevor du dich voll auf das Motiv konzentrierst. 🌊

So hältst du deine Kamera richtig:
- Immer mit beiden Händen greifen: Lass niemals eine Hand frei! Halte das Kameragehäuse fest an den Griffen oder Schienen, um maximale Stabilität zu garantieren.
- Ellenbogen am Körper anlegen: Mach dich kompakt. Je näher deine Arme an deinem Torso sind, desto weniger übertragen sich Bewegungen auf die Kamera.
- Kurz den Atem anhalten: Wenn du im perfekten Moment den Auslöser drückst, halte für zwei Sekunden den Atem an (natürlich ohne die Luft anzuhalten, wenn du im Gerätetauchen bist – atme einfach flach und ruhig aus und halte die Ausatmung kurz an).
- Abstand zum Motiv minimieren: Unter Wasser gilt: So nah wie möglich, so fern wie nötig. Je weniger Wasser sich zwischen deiner Linse und dem Motiv befindet, desto weniger Schwebeteilchen (Backscatter) trüben dein Bild. Für den Anfang empfehlen wir dir einen Abstand von 15 cm bis maximal 2 Metern.
2. Die wichtigsten Kameraeinstellungen für Einsteiger
Vergiss am Anfang am besten alle automatischen Motivprogramme wie "Unterwasser" oder "Landschaft". Diese tun oft nicht das, was du willst. Arbeite stattdessen mit diesen bewährten Richtwerten:
Der Aufnahmemodus
Nutze den manuellen Modus (M) oder die Blendenpriorität (A / Av), um die Kontrolle über deine Aufnahmen zu behalten. Du entscheidest, wie das Licht einfällt – nicht der Computer der Kamera!
ISO-Wert: So niedrig wie möglich
- Flaches Wasser / Gutes Licht: Starte mit ISO 100 bis 200. Das sorgt für minimale Bildschärfe und kein nerviges Bildrauschen.
- Etwas tiefer oder bewölkt: Geh hoch auf ISO 200 bis 800, um ausreichend kurze Verschlusszeiten zu garantieren.
Blende (Apertur): Schärfe trifft Licht
- Weitwinkel-Aufnahmen (Riffe, große Fische): Wähle eine Blende von f/5.6 bis f/8. Das ist der perfekte Kompromiss aus Lichtstärke und Schärfentiefe.
- Makro-Aufnahmen (kleine Nacktschnecken, Garnelen): Hier brauchst du eine geschlossene Blende von f/18 bis f/22, damit das winzige Motiv komplett scharf abgebildet wird.
Verschlusszeit: Schluss mit Verwackeln!
Unter Wasser bewegt sich alles – du, die Strömung und das Tier.
- Setze die Verschlusszeit auf mindestens 1/125 bis 1/200 Sekunde.
- Nur bei absolut unbewegten Motiven kannst du testweise auf 1/40 Sekunde heruntergehen, aber pass gut auf Verwackler auf!
3. Der manuelle Weißabgleich: Tschüss, Blaustich!
Ab einer Wassertiefe von etwa 5 Metern schluckt das Wasser gnadenlos alle Rottöne. Das Resultat? Deine Fotos sehen eintönig blau oder grün aus. 💙💚
Viele Anfänger machen den Fehler, sich auf den automatischen Weißabgleich zu verlassen. Das Ergebnis enttäuscht meistens.

So machst du es richtig:
- Führe einen manuellen Weißabgleich direkt in deiner aktuellen Tiefe durch.
- Nutze eine neutrale weiße Fläche als Referenz – zum Beispiel den Sandboden, eine weiße Schiefertafel oder sogar die weiße Flosse deines Buddys.
- Wichtig: Wiederhole den Weißabgleich jedes Mal, wenn sich deine Tiefe um 3 bis 5 Meter verändert, da sich das Lichtspektrum stetig wandelt.
4. Makro vs. Weitwinkel: Welcher Typ bist du?
Als Einsteiger stehst du vor der Wahl: Konzentrierst du dich auf winzige Details oder auf die großen Landschaften?
- Makro-Fotografie: Perfekt für kleine Lebewesen. Hier profitierst du von ruhigen Tauchgängen und einer guten Makro-Linse oder entsprechenden Kamera-Modi. Achte darauf, den Meeresboden dabei niemals mit den Flossen zu berühren! 🐠
- Weitwinkel-Fotografie: Zeigt die majestätische Weite des Ozeans, Wracks oder Großfische. Hier ist die richtige Position zur Sonne (idealerweise im Rücken oder schräg über dir) entscheidend für brillante Farben.
Für den optimalen Schutz deiner Ausrüstung – egal ob Smartphone oder Kompaktkamera – findest du in unserem Shop übrigens passendes Equipment und Zubehör. Schau dich einfach in unserem Sortiment um oder kontaktiere uns bei Fragen!
5. Dein schnelles Start-Setup für den nächsten Tauchgang
Fass wir das Wichtigste für deinen nächsten Ausflug unter Wasser noch einmal kurz zusammen:
- 🎯 Modus: Manuell (M) oder Blendenautomatik
- 🎛️ ISO: 100 – 200 (bei gutem Licht)
- ⚙️ Blende: f/5.6 – f/8 für Weitwinkel
- ⏱️ Verschlusszeit: 1/125 s bis 1/200 s
- 📏 Abstand: Nah ran ans Motiv (15 cm bis 2 m)
- 🎨 Farbe: Manueller Weißabgleich in aktueller Tiefe

Mit diesen Tipps im Gepäck steht deinen perfekten Unterwasser-Aufnahmen nichts mehr im Weg. Schreib uns einfach, wenn du Fragen zu passendem Equipment, Gehäusen oder der richtigen Ausrüstung hast – wir helfen dir umgehend weiter und beraten dich als erfahrene Taucher persönlich! 🔥
























