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Ja, klar! Ein Tauchcomputer ist weit mehr als eine digitale Uhr. Er begleitet Dich bei jedem Tauchgang und verarbeitet wichtige Daten wie Tiefe, Tauchzeit, Aufstiegsgeschwindigkeit, Nullzeit und Dekompression.

Damit die Berechnungen zu Deinem Tauchgang passen, muss der Computer allerdings richtig eingestellt sein. Eine falsche Gasart oder ein nicht passender Sauerstoffanteil kann die Anzeige deutlich verfälschen.

Wir sind selbst aktive Taucher und wissen aus der Praxis: Die wichtigsten Einstellungen solltest Du nicht erst auf dem Boot oder am Einstieg prüfen. Nimm Dir dafür vor dem Tauchgang ganz in Ruhe ein paar Minuten Zeit.

Wichtig: Ein Tauchcomputer ersetzt weder Deine Ausbildung noch einen Backup-Tiefenmesser, ein Finimeter oder eine sorgfältige Tauchgangsplanung. Halte Dich immer an die Bedienungsanleitung Deines konkreten Modells und an die Vorgaben Deiner Ausbildungsorganisation.

Die wichtigsten Einstellungen im Überblick

Vor jedem Tauchgang solltest Du diese Punkte kontrollieren:

  • Tauchmodus: Luft, Nitrox, Multigas, Gauge oder CCR
  • Atemgas: Sauerstoffanteil und gegebenenfalls Heliumanteil
  • Maximaler Sauerstoffpartialdruck (PO₂)
  • Sicherheitsstopp: aktiviert und passende Dauer eingestellt
  • Konservatismus beziehungsweise Gradient Factors
  • Wassertyp und Maßeinheiten
  • Akustische und visuelle Warnungen
  • Batteriestand und Funktion des Displays

Die Menübezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller. Das Grundprinzip bleibt aber gleich – bei Garmin, Shearwater und anderen hochwertigen Tauchcomputern.

1. Den richtigen Tauchmodus auswählen

Der erste Schritt ist die Auswahl des passenden Tauchmodus. Für einen normalen Sporttauchgang mit Pressluft nutzt Du den Modus Air beziehungsweise Luft.

Tauchst Du mit Nitrox, musst Du dagegen den Nitrox- oder EANx-Modus wählen. Bei technischen Tauchgängen kommen je nach Computer weitere Modi hinzu, zum Beispiel Multi-Gas, Gauge oder CCR.

Warum der Modus so wichtig ist

Der Tauchcomputer berechnet Deine Nullzeit und Dekompression auf Basis des gewählten Modus. Im Gauge-Modus arbeitet das Gerät beispielsweise nur als Bottom-Timer. Es liefert dann keine vollständige Dekompressionsberechnung.

Kontrolliere deshalb vor dem Abtauchen:

  • Ist der richtige Tauchmodus ausgewählt?
  • Passt der Modus zu Deiner Ausbildung und zum geplanten Tauchgang?
  • Sind die verwendeten Gase hinterlegt?
  • Ist der Computer nach einem vorherigen Tauchgang noch gesperrt?

Gerade bei geliehenen oder selten genutzten Geräten lohnt sich ein besonders genauer Blick.

2. Nitrox richtig einstellen

Bei Nitrox ist die wichtigste Einstellung der tatsächliche Sauerstoffanteil. Du trägst den Wert als FO₂ oder O₂ % ein.

Beispiel:

  • Nitrox 28: 28 % Sauerstoff
  • Nitrox 32: 32 % Sauerstoff
  • Nitrox 36: 36 % Sauerstoff

Entscheidend ist nicht der Aufkleber auf der Flasche, sondern der gemessene Wert. Analysiere das Gas selbst oder kontrolliere die Analyse des verantwortlichen Gasblenders. Übernimm anschließend genau diesen Wert in Deinen Tauchcomputer.

Nie schätzen und nie einfach den Wert vom letzten Tauchgang übernehmen! Schon wenige Prozent Unterschied verändern die maximal zulässige Tiefe und die Berechnung der Nullzeit.

Nitrox bei Garmin

Bei Garmin Descent-Modellen findest Du die Gasverwaltung typischerweise unter:

Dive Setup → Gases

Dort kannst Du den Sauerstoffanteil eingeben. Bei Multigas-Tauchgängen lassen sich zusätzlich Dekompressions- und Backup-Gase hinterlegen.

Garmin weist in der Bedienungsanleitung ausdrücklich darauf hin, dass Du den Inhalt der Flasche überprüfen und den analysierten Wert eingeben musst. Die Garmin Descent G2 Bedienungsanleitung beschreibt die einzelnen Schritte ausführlich.

Nitrox bei Shearwater

Auch bei Shearwater werden die Atemgase im Tauch-Setup hinterlegt. Je nach Modell kannst Du ein einzelnes Gas oder mehrere Gase konfigurieren.

Die Shearwater-Modelle sind besonders interessant, wenn Du später anspruchsvollere Tauchgänge planst. Der Shearwater Peregrine ist auf einfaches und übersichtliches Sporttauchen ausgelegt. Der Shearwater Perdix 2 bietet dagegen deutlich mehr Möglichkeiten für technische Tauchgänge.

Im Tauchcomputer-Sortiment der Tauchwerkstatt findest Du verschiedene Geräte für Einsteiger, Sporttaucher und technische Taucher.

3. PO₂-Grenze und maximale Tauchtiefe prüfen

Der Sauerstoffpartialdruck, kurz PO₂, ist besonders bei Nitrox und technischen Gasen wichtig. Dein Tauchcomputer nutzt diesen Wert, um die MOD, also die maximale Einsatztiefe des Gases, zu berechnen.

Die passende PO₂-Grenze hängt von Deiner Ausbildung, Deinem Tauchprofil und den Vorgaben Deiner Organisation ab. Häufig wird für den Arbeitsteil eines Tauchgangs ein niedrigerer Grenzwert verwendet als für reine Dekompressionsstopps.

Wichtig ist:

  • Stelle keine Werte ein, die Du nicht verstehst.
  • Übernimm nicht blind die Einstellungen eines anderen Tauchers.
  • Prüfe die angezeigte MOD vor dem Tauchgang.
  • Überschreite die MOD des verwendeten Gases niemals.

Der Computer warnt Dich, wenn der PO₂ zu hoch wird. Trotzdem bleibt es Deine Verantwortung, Tiefe und Gaswechsel sicher zu planen.

4. Sicherheitsstopp aktivieren

Der Sicherheitsstopp ist ein zusätzlicher Stopp am Ende eines Tauchgangs. Üblich sind:

  • 3 Minuten
  • bei ungefähr 3 bis 5 Metern
  • nach jedem Tauchgang ohne verpflichtende Dekompression

Bei manchen Geräten kann die Dauer auf 3 oder 5 Minuten eingestellt werden. Wir empfehlen, den Sicherheitsstopp für normale Sporttauchgänge aktiviert zu lassen.

Tauchcomputer während eines Sicherheitsstopps bei etwa fünf Metern Tiefe

Ein längerer Sicherheitsstopp kann bei bestimmten Profilen sinnvoll sein, zum Beispiel bei:

  • tiefen Tauchgängen
  • mehreren Tauchgängen am selben Tag
  • kaltem Wasser
  • hoher körperlicher Belastung
  • häufigen Wiederholungstauchgängen

Der Sicherheitsstopp ist jedoch kein Ersatz für einen verpflichtenden Dekompressionsstopp. Wenn Dein Computer eine Dekompression anzeigt, musst Du diese Stopps exakt nach Anzeige und Ausbildung durchführen.

Bei Garmin wird der Sicherheitsstopp nach einem Tauchgang ab einer bestimmten Tiefe automatisch vorgeschlagen. Bei der Descent-Serie liegt der Standard bei 3 Minuten zwischen 3 und 5 Metern. Die genaue Funktion hängt vom Modell und der Firmware ab.

5. Nullzeit und Warnungen sinnvoll konfigurieren

Die Nullzeit, oft als NDL bezeichnet, zeigt Dir, wie lange Du auf der aktuellen Tiefe bleiben kannst, ohne einen verpflichtenden Dekompressionsstopp zu benötigen.

Wichtig: Die Nullzeit ist keine Zeit, die Du vollständig ausreizen solltest. Sie ist eine Information für Deine Planung – kein Countdown bis zur letzten Minute.

Aktiviere deshalb alle relevanten Warnungen:

  • Annäherung an die Nullzeit
  • zu hohe Aufstiegsgeschwindigkeit
  • PO₂-Warnung
  • verpasster Dekompressionsstopp
  • niedriger Batteriestand
  • Gaswechsel-Erinnerungen

Viele Tauchcomputer warnen bereits bei etwa 10 Minuten und 5 Minuten Rest-Nullzeit. Das ist sinnvoll, weil Du dann noch Zeit für einen kontrollierten Aufstieg, die notwendige Orientierung und den Sicherheitsstopp hast.

Unser Praxistipp: Beginne Deinen Aufstieg nicht erst dann, wenn die Nullzeit bei null angekommen ist. Plane mit Reserve und bleibe entspannt.

6. Konservatismus und Gradient Factors

Moderne Tauchcomputer erlauben häufig eine konservativere Berechnung. Bei Garmin heißt die Einstellung meist Conservatism. Shearwater verwendet bei vielen Modellen Gradient Factors, kurz GF.

Gradient Factors beeinflussen, wie nah Du während des Aufstiegs und beim Erreichen der Oberfläche an den theoretischen Dekompressionsgrenzen tauchst.

Bei Shearwater findest Du typischerweise Voreinstellungen wie:

  • Low: weniger konservativ
  • Medium: mittlere Einstellung
  • High: konservativer
  • Custom: individuell einstellbare Gradient Factors

Für viele Sporttaucher ist die mittlere Werkseinstellung ein sinnvoller Ausgangspunkt. Eine konservativere Einstellung kann beispielsweise bei Kälte, Müdigkeit oder mehreren Tauchgängen hintereinander interessant sein.

Trotzdem gilt: Verändere Gradient Factors nicht einfach nach Gefühl. Für Custom-Werte brauchst Du ein solides Verständnis der Dekompression und der Auswirkungen auf Dein Tauchprofil. Shearwater empfiehlt, zunächst die voreingestellten Konservativitätsstufen zu verwenden.

Nahaufnahme eines Tauchcomputers und einer vorbereiteten Pre-Dive-Checkliste

7. Wassertyp, Einheiten und Display einstellen

Ein kleiner, aber wichtiger Punkt ist der richtige Wassertyp. Je nach Gerät kannst Du zwischen Salzwasser, Süßwasser oder automatisch wählen.

Außerdem solltest Du prüfen:

  • Werden Tiefen in Metern angezeigt?
  • Wird der Flaschendruck in bar dargestellt?
  • Ist die Temperatur in Grad Celsius eingestellt?
  • Sind die Zahlen groß genug?
  • Ist die Displayhelligkeit für die Sichtbedingungen passend?

Gerade im kalten Wasser trägst Du häufig dicke Handschuhe. Ein übersichtliches Display und eine einfache Bedienung sind dann wichtiger als zusätzliche Komfortfunktionen.

Bei einem Garmin Descent kannst Du die Datenfelder und Displayansichten individuell anpassen. Shearwater setzt traditionell auf besonders große und kontrastreiche Anzeigen – ein Vorteil bei schlechter Sicht oder technischen Tauchgängen.

8. Batterie, Sender und Verbindung kontrollieren

Ein Tauchcomputer mit leerem Akku ist kein zuverlässiger Tauchcomputer. Lade den Akku rechtzeitig oder setze bei Geräten mit wechselbarer Batterie eine frische Batterie ein.

Kontrolliere zusätzlich:

  • Batteriestand des Computers
  • Batteriestand des Luftintegrationssenders
  • Verbindung zwischen Sender und Computer
  • korrekter Flaschendruck
  • Funktion von Tasten oder Touchscreen
  • sichtbare Beschädigungen am Gehäuse

Wenn Du einen Sender zur Luftintegration nutzt, sollte die Verbindung vor dem Einstieg stehen. Ein klassisches Finimeter bleibt trotzdem ein wichtiges Backup.

Deine Checkliste vor dem Abtauchen

Speichere Dir diese Kurz-Checkliste oder nutze sie beim nächsten Tauchgang:

  1. Tauchmodus prüfen: Air, Nitrox, Multi-Gas oder anderer passender Modus
  2. Gas kontrollieren: FO₂ und gegebenenfalls He-Anteil korrekt eingetragen
  3. Flascheninhalt analysieren: Messwert mit Computer abgleichen
  4. MOD und PO₂ prüfen
  5. Sicherheitsstopp aktiv: mindestens 3 Minuten bei etwa 3–5 Metern
  6. Konservatismus kontrollieren
  7. Warnungen aktivieren
  8. Einheiten und Display ablesen
  9. Akku und Sender prüfen
  10. Buddy-Check durchführen

Fazit: Tauchcomputer richtig einstellen schafft Sicherheit

Ein Tauchcomputer kann Dir viele Entscheidungen unter Wasser erleichtern. Er kann Dir aber nur dann verlässliche Informationen liefern, wenn Du ihn korrekt einstellst und die Anzeigen richtig interpretierst.

Die wichtigsten Punkte sind Gasart, Sauerstoffanteil, PO₂-Grenzen, Sicherheitsstopp, Konservatismus und aktive Warnungen. Bei Garmin findest Du diese Funktionen in der Regel unter „Dive Setup“. Shearwater bietet zusätzlich umfangreiche Optionen für erfahrene Sport- und technische Taucher.

Wir sind selbst aktive Taucher und beraten Dich natürlich gerne bei der Auswahl und Einrichtung Deines Computers – auch am Wochenende per WhatsApp, Telefon oder E-Mail.

📱 WhatsApp/Telefon: +49 3471 6238518
📧 E-Mail: info@tauchwerkstatt.eu

Bei uns bekommst Du kostenlosen Versand, 14 Tage Rückgaberecht und persönliche Beratung von Tauchern für Taucher.

Schreib uns einfach, wenn Du unsicher bist, welcher Tauchcomputer zu Deinem Tauchprofil passt!

Quellen und weiterführende Informationen

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