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Du scrollst durch die Specs deines neuen Tauchcomputers und stolperst über den Begriff „Rebreather-Modus" oder „CCR-Modus". Klingt erst mal nach High-Tech und technischem Tauchen für Profis, oder? Aber was steckt wirklich dahinter – und brauchst du dieses Feature überhaupt als ambitionierter Sporttaucher?

In diesem Artikel klären wir, was der Rebreather-Modus am Tauchcomputer tatsächlich leistet, wo seine Grenzen liegen und für wen sich die Investition in einen CCR-fähigen Tauchcomputer wirklich lohnt. Spoiler: Es ist kein Marketing-Gag, aber auch nicht für jeden relevant. 🤿

Was ist ein Rebreather überhaupt?

Bevor wir über den Modus sprechen, lass uns kurz klären, was ein Rebreather – auch geschlossenes Kreislaufgerät (CCR) genannt – eigentlich ist.

Bei einem klassischen Tauchgerät (Open Circuit/OC) atmest du Luft ein und bläst sie komplett ins Wasser aus. Bei einem Rebreather hingegen wird deine Ausatemluft recycelt: Das CO₂ wird chemisch absorbiert, Sauerstoff wird nachgefüllt, und du atmest das Gasgemisch erneut ein.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Deutlich längere Tauchzeiten – weniger Gasverbrauch
  • Keine Blasen – perfekt für Unterwasserfotografie und Wrackpenetration
  • Optimierte Dekompression – durch konstante Sauerstoffpartialdrücke

Klingt verlockend, oder? Allerdings ist Rebreather-Tauchen auch deutlich komplexer und erfordert eine spezielle Ausbildung. Hier kommt der Tauchcomputer ins Spiel.

Detailaufnahme eines modernen CCR Rebreather Tauchgeräts mit Schläuchen und Sensoren für technisches Tauchen

Was macht der Rebreather-Modus am Tauchcomputer?

Jetzt wird's spannend! Der Rebreather-Modus an deinem Tauchcomputer ist kein Steuergerät für dein CCR-System. Er kann deinen Rebreather weder kontrollieren noch die Sauerstoffsensoren auslesen.

Stattdessen dient er als Backup-Überwachungsgerät und berechnet deine Dekompressionszeiten basierend auf voreingestellten Sollwerten (Setpoints).

Konkret bedeutet das:

  • Du gibst manuell einen niedrigen Sollwert (typisch: 0,4–0,9 bar PO₂) für den Abstieg ein
  • Du gibst einen hohen Sollwert (typisch: 1,0–1,5 bar PO₂) für die Grundzeit ein
  • Der Computer berechnet darauf basierend deine Deko-Verpflichtungen
  • Er verwaltet separate Gasmenüs für CC-Gase (geschlossener Kreislauf) und OC-Gase (offener Kreislauf als Bailout)

Der Clou: Bei einem Rebreather-Tauchgang hast du so ein unabhängiges zweites System, das deine Dekompression trackt. Das ist ein echtes Sicherheitsplus – denn Redundanz kann unter Wasser Leben retten. 🔒

Die technischen Grundlagen: Sollwerte und Gasmanagement

Okay, lass uns etwas tiefer einsteigen – keine Sorge, wir halten es verständlich!

Bei einem CCR-Tauchgang arbeitest du mit einem konstanten Sauerstoffpartialdruck (PO₂). Das ist fundamental anders als beim OC-Tauchen, wo sich der PO₂ mit der Tiefe ändert.

Der Tauchcomputer im CCR-Modus braucht von dir:

Einstellung Typischer Wert Verwendung
Niedriger Sollwert 0,4 – 0,9 bar Ab-/Aufstieg, flache Phasen
Hoher Sollwert 1,0 – 1,5 bar Grundzeit in der Tiefe
Bailout-Gase Nitrox/Trimix Notfall bei CCR-Ausfall

Der Computer kalkuliert dann mit diesen festen Werten deine Gewebesättigung und Dekostopps. Das ist natürlich nur so genau wie deine Eingaben – deshalb gilt: Der Rebreather-Modus ersetzt niemals das primäre Überwachungssystem deines CCR!

Nahaufnahme eines Tauchcomputer-Displays im Rebreather-Modus mit CCR Daten und präzisen Tauchgang-Informationen

Für wen ist der Rebreather-Modus wirklich sinnvoll?

Jetzt die entscheidende Frage: Brauchst du dieses Feature?

Ja, wenn du:

  • ✅ Bereits CCR-zertifiziert bist oder die Ausbildung planst
  • ✅ Ein Backup-Dekompressionsgerät für Rebreather-Tauchgänge suchst
  • ✅ Regelmäßig technische Tauchgänge mit geschlossenem Kreislauf machst
  • ✅ In die Richtung Tech-Tauchen gehen möchtest und zukunftssicher investieren willst

Nein, wenn du:

  • ❌ Ausschließlich mit Pressluft oder Nitrox im offenen System tauchst
  • ❌ Keine CCR-Ausbildung hast oder planst
  • ❌ Primär Urlaubstaucher bist und unter 30 Meter bleibst

Für die meisten Freizeittaucher ist der Rebreather-Modus schlicht nicht relevant. Das heißt aber nicht, dass ein Computer mit diesem Feature schlecht ist – im Gegenteil. Viele High-End-Tauchcomputer bieten den Modus als Teil eines umfangreichen Funktionspakets an.

Die Grenzen des Rebreather-Modus – Das solltest du wissen

Wir bei Tauchwerkstatt sind selbst aktive Taucher und legen großen Wert auf ehrliche Beratung. Deshalb hier die klaren Einschränkungen:

Der Tauchcomputer kann NICHT:

  • 🚫 Deinen Rebreather steuern oder regulieren
  • 🚫 Die tatsächlichen PO₂-Werte deiner Sensoren auslesen
  • 🚫 Dich vor Hyperoxie oder Hypoxie warnen (das macht dein CCR)
  • 🚫 Die Atemkalk-Kapazität überwachen

Der Computer ist ein Backup, kein Ersatz!

Das primäre Handcomputer-Display oder HUD (Head-Up-Display) deines Rebreathers bleibt immer die maßgebliche Informationsquelle. Der Tauchcomputer im CCR-Modus liefert dir eine zweite, unabhängige Meinung zu deiner Dekompression – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Technischer Taucher mit vollständiger Rebreather-Ausrüstung, Wing-System und Tauchcomputer im Einsatz unter Wasser

Empfehlenswerte Tauchcomputer mit Rebreather-Modus

Du interessierst dich für technisches Tauchen oder planst den Einstieg in die CCR-Welt? Dann lohnt sich ein Blick auf hochwertige Tech-Tauchcomputer, die den Rebreather-Modus beherrschen.

Unsere Top-Empfehlungen:

Shearwater Perdix 2 & Teric

Shearwater ist die Referenz im technischen Tauchen. Die Computer bieten:

  • Vollständige CCR-Unterstützung mit konfigurierbaren Sollwerten
  • Intuitive Bedienung auch mit Handschuhen
  • Herausragendes Display – auch in der Tiefe perfekt ablesbar
  • Regelmäßige Firmware-Updates

xDeep Black

Die Tauchcomputer von xDeep sind speziell für anspruchsvolle Tech-Taucher konzipiert und bieten ebenfalls einen robusten CCR-Modus. Perfekt kombinierbar mit den beliebten xDeep Wing-Systemen.

Garmin Descent Serie

Auch Garmin bietet in der Descent-Reihe (z.B. Descent X50i) einen Rebreather-Modus. Interessant für Taucher, die einen Allrounder mit Smartwatch-Funktionen suchen.

Schau gerne in unserem Shop vorbei – wir beraten dich natürlich auch persönlich! 💬

Der Weg zum Rebreather-Tauchen

Falls dich das Thema CCR jetzt richtig gepackt hat: Der Einstieg ins Rebreather-Tauchen erfordert eine fundierte Ausbildung!

Die meisten Tauchorganisationen bieten spezielle CCR-Kurse an. In unserem Artikel über Tauchorganisationen findest du einen Überblick über die verschiedenen Verbände und ihre Tech-Programme.

Typische Voraussetzungen:

  • Advanced Open Water oder äquivalent
  • Mindesttauchgänge (oft 50–100+)
  • Nitrox-Zertifizierung
  • Teilweise Deep Diver Specialty

Der Science of Diving Kurs ist übrigens eine hervorragende Grundlage, um die physiologischen Hintergründe zu verstehen – essentiell fürs technische Tauchen!

Fazit: Sinnvolles Sicherheitsfeature für eine Nischenzielgruppe

Also, Tech-Spielerei oder echtes Feature? Die Antwort ist klar: Der Rebreather-Modus ist ein sinnvolles Sicherheits-Backup für CCR-Taucher – aber eben nur für diese spezielle Zielgruppe.

Wenn du ausschließlich im offenen System tauchst, wirst du den Modus nie nutzen. Aber wenn du ambitioniert bist und dir die Tür zum technischen Tauchen offenhalten möchtest, ist ein Computer mit CCR-Fähigkeit eine zukunftssichere Investition.

Unsere Empfehlung:

  • Kauf dir keinen Computer nur wegen des Rebreather-Modus
  • Wenn du zwischen zwei Modellen schwankst und eines CCR kann – nimm das mit dem Feature
  • Plane langfristig: Eine CCR-Ausbildung später nachholen ist einfacher als einen neuen Computer kaufen

Hast du Fragen zu Tauchcomputern oder technischem Equipment? Schreib uns einfach – wir beraten dich gerne persönlich! 🤿🔥

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